WERT_VOLL
Dem Ruf Gottes auf der Spur
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Thomas Jakowitsch wird am 29. Juni zum Diakon geweiht. Der angehende Priester verbindet wissenschaftliche Theologie, pastorale Erfahrung und die Begleitung von Menschen auf ihrem Glaubensweg.
Mit der Diakonenweihe am 29. Juni erreicht der Priesterseminarist Thomas Jakowitsch einen entscheidenden Abschnitt seiner Ausbildung zum Priester. Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics wird ihm die Weihe spenden. In dieser Liturgie legt Jakowitsch das Versprechen der Ehelosigkeit und des Gehorsams ab und wird in den Klerus der Diözese Eisenstadt aufgenommen.
Thomas Jakowitsch wurde am 24. Dezember 1997 geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er im mittelburgenländischen Landsee, später übersiedelte die Familie nach Eisenstadt. Nach der Matura am 16. Juni 2016 begann sein Weg zum priesterlichen Dienst mit dem Propädeutikum in Linz. Prägend waren dort ein Sozialpraktikum im Tageszentrum „Wärmestube“ für Menschen in Wohnungsnot sowie ein fünfwöchiger Aufenthalt im Heiligen Land.
Seit Oktober 2018 setzt er seine Ausbildung im Bischöflichen Priesterseminar in Wien fort und studiert Katholische Fachtheologie an der Universität Wien. Zum Ausbildungsweg gehörten auch ein Externjahr in Zagreb, wo er einen Sprachkurs absolvierte und in der Pfarre Johannes XXIII. mitarbeitete, und eine Auszeit zur Klärung der Berufungsfrage. Von Juli 2023 bis Mai 2025 war er zudem an der Begleitung der TV-Gottesdienste der Diözese Eisenstadt beteiligt.
Seit dem vergangenen Jahr absolviert Jakowitsch sein Pastoralpraktikum in den Pfarren Deutschkreutz und Neckenmarkt. Dort gewinnt er Einblicke in „sämtliche Felder pfarrlichen Lebens“, wirkt bei der Ministrantenarbeit und bei Bibelgesprächen mit, hilft bei der Vorbereitung von Familiengottesdiensten und unterstützt den Pfarrer überall dort, „wo möglich und gefragt“. Seine Zukunft sieht er weiterhin in der konkreten Pfarrseelsorge. „Als Diakon bleibe ich – so Gott will – in den Pfarren“, betont er. Auch wissenschaftlich setzt sich der Weihekandidat intensiv mit Fragen des Glaubens auseinander. Seine Diplomarbeit im Fach Dogmatik bei Jan-Heiner Tück trägt den Titel „Gewagte Einheit? Eine katholische Differenzhermeneutik des Votums ,Gemeinsam am Tisch des Herrn‘“. Im Mittelpunkt steht ein ökumenischer Zugang zu Eucharistie und Abendmahl, zum kirchlichen Amt und zum Kirchenverständnis unter Einbeziehung katholischer, lutherischer und reformierter Positionen. Der Abschluss des Studiums ist für das kommende Studienjahr vorgesehen.
„VERSTEHST DU DAS?“
Ein zentrales Leitmotiv seines geistlichen Weges findet Thomas Jakowitsch in der Begegnung des Diakons Philippus mit dem Kämmerer aus der Apostelgeschichte. Die Frage „Verstehst du auch, was du liest?“ sieht er als Auftrag für seinen künftigen Dienst. Der Ruf Gottes ereigne sich im „Drängen des Geistes“ und stehe immer in der Beziehung zum Mitmenschen. Er möchte „Reflexionsräume“ eröffnen und „Übersetzungsleistungen durch den kirchlichen Schatz von Schrift und Tradition anbieten“, damit Menschen „die Spuren Gottes im eigenen Leben entdecken bzw. ver(w) orten können“. Zugleich sei dies „keine Einbahnstraße“, weil menschliche Erfahrungen auch helfen würden, den Glauben tiefer zu verstehen und zeitgemäß zu verkünden.
KORPITSCH ALS VORBILD
Geprägt hat ihn dabei besonders sein Heimatpfarrer Martin Korpitsch in der Propsteipfarre Eisenstadt-Oberberg. Während der Erstkommunionvorbereitung habe ihn dessen Dienst so beeindruckt, dass er bereits als Siebenjähriger sagte: „Was er macht, das will ich auch machen.“ Heute beschreibt Jakowitsch die Freude und Authentizität seines Pfarrers als menschliches Zeichen, der Gegenwart Gottes und dem eigenen Ruf zum Dienst an Gott und den Menschen nachzuspüren.
KLOSTER UND FUSSBALL
Zur unmittelbaren Vorbereitung auf die Weihe wird Thomas Jakowitsch vom 21. bis 26. Juni Weiheexerzitien im Stift Klosterneuburg absolvieren. Geleitet werden diese von Propst Anton Höslinger Can.Reg.
Eine persönliche Seite des angehenden Diakons bietet auch das Bild zu diesem Artikel. Es entstand im Mattersburger Pappelstadion nach dem Gewinn der Meisterschaft der Burgenlandliga 2025/26 durch den MSV 2020 und zeigt ihn gemeinsam mit Teilen der Familie Grimmer, mit der er verbunden ist, sowie weiteren Freunden. Als „passionierter Passivsportler“ fühlt sich Thomas Jakowitsch dem Mattersburger Fußball seit Kindheitstagen verbunden – zunächst dem SV Mattersburg, später dem MSV 2020. „Wenn es die Zeit erlaubt, bin ich so gerne im Stadion“, sagt er. Während seines Pastoralpraktikums habe dies mit einem Augenzwinkern sogar für kleine Spannungen gesorgt, weil auch Deutschkreutz in der Burgenlandliga spielte und er „nie verschwiegen habe, mit welcher Mannschaft ich mitfiebere“. Mit dem Aufstieg des MSV 2020 in die Regionalliga Ost habe sich diese besondere Konstellation inzwischen erledigt.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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