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Arbeiterwallfahrt in der slowenischen Steiermark
- Burgenländische Pilger im Dom der Erzdiözese von Maribor.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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Die 72. Burgenländische Arbeiterwallfahrt führte die Pilgerinnen und Pilger der Diözese Eisenstadt am vergangenen Wochenende in die slowenische Steiermark.
Unter der geistlichen Leitung von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics besuchten die Wallfahrer Murska Sobota, Maribor, Ptujska Gora und die alte Stadt Ptuj. Die Gastfreundschaft der Menschen, ihre Religiosität und die kulturellen Schätze vermochten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu beeindrucken.
Die Reise begann am Samstag, dem 20. September, mit der Abfahrt der Busse aus dem Burgenland. Sammelpunkt war die nahe der Grenze gelegene Stadt Murska Sobota, wo die Wallfahrer das Mittagessen einnahmen. Nach einer Statio in der Kathedrale ging die Fahrt weiter nach Maribor.
In der „steirischen“ Metropole nahmen die Pilger an einer geführten Stadtbesichtigung teil. Der Rundgang zeigte die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die malerische Altstadt, den ältesten Weinstock der Welt sowie die Brücke über die Drau. Am Abend feierte Bischof Ägidius im Dom von Maribor eine festliche Messe. Bereits zum Einzug in die erzbischöfliche Kathedrale hatte die Lichterprozession stattgefunden.
MARIAS SCHUTZMANTEL
Am Sonntag führte die Wallfahrt nach Ptujska Gora, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Sloweniens. In der Basilika „Maria Neustift“ mit der berühmten Schutzmantelmadonna feierte Bischof Zsifkovics die heilige Messe. Das eindrucksvolle Gnadenbild aus dem Jahr 1410 zeigt Maria, die ihren Mantel schützend über 82 Figuren breitet – ein Sinnbild des Trostes und der Geborgenheit.
Im Anschluss zog die Pilgergruppe weiter nach Ptuj, die älteste Stadt Sloweniens. Ein Rundgang führte durch die historische Altstadt am breiten Bett der Drau und ließ die wechselvolle Geschichte der Region lebendig werden.
PROFITGIER ZERSTÖRT
In seiner Predigt stellte Bischof Zsifkovics die Schutzmantelmadonna in den Mittelpunkt. Maria nehme die Menschen, die sich ihr anvertrauen, unter ihren besonderen Schutz. Diese Botschaft sei gerade in der Gegenwart von bleibender Aktualität. Die Lesungen des Sonntags machten deutlich, dass Habgier und Profitgier die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen zerstören.
- Dieser 400 Jahre alte „Blaue Köl(l)ner“ in Maribor (Marburg) wird als ältester Weinstock der Welt geführt. Er trägt jährlich etwa 50 Liter Wein.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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Mit Blick auf den Propheten Amos kritisierte Zsifkovics die Tendenz, alles dem Profit unterzuordnen. Er warnte eindringlich vor einer völligen Öffnung der Geschäfte am Sonntag und sprach sich klar für eine „Allianz für den freien Sonntag“ aus. Maria solle besonders die Armen, Schutzlosen und Missbrauchten unter ihren Mantel nehmen. Der Apostel Paulus erinnere in der Lesung an die Kraft des Gebets, das Christinnen und Christen auch in Zeiten der Ohnmacht Hoffnung schenke. „Neben Google, Facebook, TikTok oder Amazon braucht unsere Seele das Gebet als Tankstelle des Glaubens“, so der Bischof.
Im Evangelium vom untreuen Verwalter sah Zsifkovics den Auftrag an die Gläubigen, die Güter dieser Welt – Leben, Schöpfung, Umwelt, Klima und Werte – treu zu verwalten. Nur durch Achtsamkeit, Solidarität und Gerechtigkeit könne das gemeinsame Haus dieser Welt für kommende Generationen bewahrt werden. Zum Abschluss bat der Bischof Maria, die Pilgerinnen und Pilger als „Pilger der Hoffnung“ zu begleiten.
JUBILARE & SOLIDARITÄT
Im Rahmen der Wallfahrt wurden traditionsgemäß langjährige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgezeichnet. Johann Harmtodt konnte bereits auf 65 Teilnahmen zurückblicken. Gabriele Laczko wurde für 45 mal Teilnahme geehrt, Sigrid Laczko für 35, Alexander König für 20 und Veronika Schnakl für 10 Wallfahrten.
- Ausgezeichnete Pilger (v.li.): G. Laczko, Harmtodt, S. Laczko, König, Schnakl.
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Das Solidaritätsopfer der 72. Arbeiterwallfahrt, das in den Bussen gesammelt wurde, kam dem „Diözesanen Hilfsfonds für Schwangere und Frauen in Notsituationen“ sowie der „Aktion Leben“ zugute. Der Hilfsfonds unterstützt Frauen im Burgenland unbürokratisch mit finanziellen Hilfen und Beratung. Die „Aktion Leben“ begleitet seit Jahrzehnten schwangere Frauen und Familien in Krisensituationen und hilft, Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen.
Das umsichtige Team der Pastoralen Dienste, bestehend aus Johann Artner und Judith Schmidl, hatte während der gesamten Reise aufmerksam für das Wohlergehen der Pilger gesorgt.
Mit dabei war auch der Leiter der Pastoralen Dienste (und Zeremonie des Bischofs), Miroslav Mochnáč. Ihre verlässliche Begleitung trug wesentlich zum guten Gelingen der 72. Arbeiterwallfahrt bei.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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