Diakonweihe in Eisenstadt am 8. Dezember
5 + 1 neue Diakone

Stefan Tkauz, Hermann Pfalz, Michael Marlovits, Erich Miksits, Friedrich Bohenstingl.  | Foto: Privat
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  • Stefan Tkauz, Hermann Pfalz, Michael Marlovits, Erich Miksits, Friedrich Bohenstingl.
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Am 8. Dezember (15 Uhr) werden sechs Männer im Martinsdom zu Diakonen der Diözese Eisenstadt geweiht – fünf als Ständige Diakone, einer von ihnen ist auf dem Weg zum Priester. Der „martinus“ stellt die Weihekandidaten vor.

Von Gerald Gossmann

Gleich fünf Burgenländer werden in wenigen Tagen von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics
zu Ständigen Diakonen geweiht. Das einzige Weiheamt in der katholischen Kirche lateinischer Prägung, das verheirateten Männern zugänglich ist, erfreut sich großer Beliebtheit. Mit den Neuzugängen verfügt die Diözese Eisenstadt insgesamt über 33 Ständige Diakone (von denen aber ein paar wenige nicht mehr aktiv sind).

Kurz erklärt: Dem Priester bleibt der Vorsitz bei der Eucharistie, die Spendung des Bußsakraments und der Krankensalbung vorbehalten. Der Ständige Diakon kann aber Taufen und Begräbnisse feiern sowie Verkündigungsaufgaben wahrnehmen. Viele von ihnen sind verheiratete Männer mit unterschiedlichen Berufen – vom Polizisten über den Handwerker bis zum Manager. Dadurch tragen sie eine bunte Mischung an Lebenserfahrung in kirchliche Ämter. Die meisten Diakone üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus, einige im Ruhestand. Die fünf aktuellen Weihekandidaten bereiten sich bereits seit Jahren auf ihren Dienst vor. Einer von ihnen ist Friedrich Bohnenstingl, 53, aus Breitenbrunn. Mit Glockengeläute sei er aufgewachsen, da sein Elternhaus nahe der Kirche steht. „Ich bin jeden Tag durch den Pfarrhof in die Schule und zurück marschiert“, erzählt der zweifache Familienvater und Großvater eines Enkelkindes. Beruflich war er 13 Jahre in der Forschung tätig, gefolgt von Managementaufgaben bei internationalen IT-Firmen. Sein Zugang zu Glaube und Religion sei lange mit „einer Sinuskurve vergleichbar“ gewesen, erklärt er. „Einmal mehr und einmal weniger.“ Durch seine Kinder kam er wieder in Kontakt mit der Pfarre und wurde Pfarrgemeinderat. Heute sagt er: „Gott hat mich schon vor meiner Geburt auf diesen Weg gebracht; wo er mich hinschickt, dort werde ich in seinem Namen dienen.“ Als Diakon möchte er „Menschen in Not besondere Zuwendung geben“.

Lebenserfahrung. Sein Leben lang in der Kirche tief verwurzelt ist Michael Marlovits, 46, aus Schachendorf. Drei Jahrzehnte habe er sich in seiner Pfarre engagiert. Der verheiratete Vater eines Sohnes war Milizoffizier und ist heute als Lehrer in der Volksschule Großpetersdorf tätig. Seit einigen Jahren lehrt er zudem an der Päda-
gogischen Hochschule Burgenland. Auf seine Weihe freut er sich, „weil mich damit ein neues Betätigungsfeld erwartet“.
Im Caritas-Haus Rechnitz und dem Krankenhaus Oberwart will Stefan Tkauz aus Weiden bei Rechnitz wirken. Der Landwirt begann 1988 nach seiner Studienberechtigungsprüfung schon einmal einige Semester Theologie zu studieren. Doch dann brach er ab und übernahm die elterliche Landwirtschaft. 2016 absolvierte er den Theologischen Kurs und hat seither ein klares Ziel: das Ständige Diakonat. „Aus dem Glauben heraus möchte ich auf Menschen zugehen, ihre Ängste und Nöte teilen, aber auch ihre Freuden“, beschreibt Tkauz seinen Zugang. Altersheim und Krankenhaus seien ideale Orte dafür. Der Dienst des Diakons, so sagt er, „war nie aktueller als heute“. Hermann Pfalz aus Donnerskirchen hat einen vorbildlichen Lebenslauf und gar eine Berufungsgeschichte zu bieten. Seit seiner Kindheit engagiert er sich in seiner Heimatpfarre als Kommunionhelfer und Leiter von Wortgottesdiensten. Seit 1997 ist er Mitglied des Pfarrgemeinderates und als Lektor tätig. „Ich bin den Kontakt mit Menschen gewohnt“, sagt der Bankjurist und Vater von drei Kindern. „Ich glaube, dass ich unserer Pfarre sehr nützlich sein kann.“ Seine Berufung zum Ständigen Diakon verspürte er als sich „ein Bild in meinem Inneren verfestigte“. Das Bild von Jesus am Seeufer, der Ausschau nach Arbeitern für seine Ernte hält. Als Christ sei ihm „die Verbreitung der Lehre Christi wichtig“. Als Diakon möchte der 59-Jährige in der Erwachsenenbildung wirken. „Und ich würde mich gerne Ratsuchenden annehmen: bei rechtlichen Fragen und seelsischen Nöten.“

Das Quintett komplettiert Erich Miksits aus Olbendorf. Sein Berufsleben verbrachte er beim Landeswasserbauamt. Seit seiner Pensionierung vor sechs Jahren „wurde in mir die Berufung größer für Gott und die Menschen noch engagierter da zu sein“. In Gerersdorf und Olbendorf ist er als Firmhelfer, Lektor und Leiter von Wortgottesfeiern aktiv. Künftig möchte der 69-jährige Vater und Opa im Krankenhausdienst, bei der Caritas und in der Altenbetreuung tätig werden. Die Weihe wird live via www.martinus.at übertragen. Verheiratete Männer werden in Österreich seit 50 Jahren zu Ständigen Diakonen geweiht. Richard Müllner, Berufsoffizier aus Illmitz, war 1980 der Vorreiter im Burgenland. 29 Ständige Diakone wurden in der Diözese geweiht, zwei sind verstorben, einer wurde in die Diözese inkardiniert. Der aktuelle Personalstand weist 28 Ständige Diakone auf. Fünf von ihnen gehen ihren Berufen nach, einer fungiert als kirchlicher Angestellter der Diözese, 12 wirken in ihrem Ruhestand. Zehn Männer wurden aus altersgründen mit 75 Jahren von ihren diakonalen Aufgaben entbunden (helfen zum Teil aber immer noch mit). Österreichweit wirken 800 Ständige Diakone in zehn Diözesen (inklusive Militärordinariat). Die meiste Arbeit geschieht ehrenamtlich, nur ein kleiner Teil der geweihten Männer ist als Pastoralassistent oder Krankenhausseelsorger angestellt.

Ivan Vukcevic, Priesterseminarist. | Foto: Christopher Erben
  • Ivan Vukcevic, Priesterseminarist.
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Der Priesterseminarist Ivan Vukcevic wird ebenso am 8. Dezember von Bischof Ägidius J. Zsifkovics zum Diakon geweiht. Der 39-Jährige blickt ebenfalls auf viel Lebenserfahrung zurück: Geboren in Montenegro studierte er Musikwissenschaften. Später unterrichtete er an Schulen und Universitäten seines Heimatlandes. Vor einigen Jahren schlug er den Weg zum Priester ein. Sein Theologiestudium absolvierte er in Rom, vor einem Jahr trat er ins Priesterseminar der Diözese Eisenstadt ein. Sein Pastoralpraktikum absolviert er derzeit in den Pfarren Jois und Winden am See sowie der Lokalseelsorgestelle Kaisersteinbruch. „Dort wurde ich zum Burgenländer“, betont Ivan Vukcevic.

Mitarbeit: Hubert Zach

Stefan Tkauz, Hermann Pfalz, Michael Marlovits, Erich Miksits, Friedrich Bohenstingl.  | Foto: Privat
Ivan Vukcevic, Priesterseminarist. | Foto: Christopher Erben
Autor:

Redaktion martinus aus Burgenland | martinus

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