Wort zum Sonntag, 10. Oktober
Intensivkurs für die Jünger

Der Weg von Galiläa nach Jerusalem wird für die Jünger zu einem Intensivkurs des Glaubens. Dabei werden sie Zeugen einer Begebenheit, die ein wichtiges Thema aufwirft. Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Ein wohlhabender Mann wendet sich mit dieser Frage an Jesus. Offenbar ist er an einen Punkt gelangt, an dem weder sein großes Vermögen noch seine bisherige Glaubenspraxis die innere Sehnsucht stillen können. Den entscheidenden Schritt, den Jesus vorschlägt – nämlich die irdischen Güter zu verkaufen und den Erlös den Armen zu geben, um ihm nachzufolgen – kann er nicht machen. Traurig bleibt er in seinem Dilemma stecken. Die Zwickmühle des reichen Mannes ist vielen von uns vertraut. Materielle Sicherheit lässt einen ruhig schlafen, keine Frage. Aber wer hat nicht auch schon die Erfahrung gemacht, wieviel Energie und Zeit es bindet, sich um Zeug zu kümmern, das man für ein befreites und gutes Leben gar nicht braucht? Um die Leerstelle im eigenen Leben zu füllen, hilft es nicht, anzuhäufen, sondern loszulassen und solidarisch mit den Armen zu sein. Im Bild vom Kamel und vom Nadelöhr spitzt sich zu, wie erschwerend irdischer Reichtum für das Sein im Reich Gottes ist. Sogar die
Jünger, die ihr altes Leben aufgegeben haben und Jesus nachgefolgt sind, erschrecken.
Diese Worte Jesu sitzen wie ein Stachel im Fleisch, bis heute. Sie regen an, immer aufs Neue zu prüfen, woran das Herz hängt und zu unterscheiden, was bleibende Schätze sind, die über das irdische Leben hinausreichen.

Zum Weiterdenken

Welchen Stellenwert hat die Sinnfrage in Ihrem Leben und welche Rolle spielen dabei die irdischen Güter?
Die Nachfolge Jesu hat ihren Preis. Würden Sie – mit Blick aufs eigene Leben – diesem Satz zustimmen?

Gudrun Guerrini ist Referentin für Bibel, Pfarrgemeinderat und Pastoraljahr/BPAÖ in der Diözese Innsbruck.

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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