Kommentar von Gilbert Rosenkranz
Gott nicht klein denken!
Eine der Versuchungen besteht darin, Gott zu klein zu denken. Zu klein in seinen Möglichkeiten, in dem, was er ist und damit auch in dem, was er für uns ist und sein kann.
Aus einem „Großen Gott“, den wir besingen, wird mitunter ein Gartenzwerg. So klein geschrumpft machen wir mit ihm, was wir wollen. Wir missbrauchen ihn zum Behübschen, zum Schmücken und Verzieren, führen ihn im Mund ganz nach unserem Belieben. Und versehen unsere Handlungen nach Herzenslust mit dem Etikett „Gott“. Der Theologe Ladislaus Boros hat einmal vom „Umschweigen“ des Namens Gottes gesprochen. Gott so groß, dass wir eigentlich nur stammeln können. Gott so groß, dass wir jedes Mal zuvor innehalten sollten, bevor wir seinen Namen im Mund führen.
Gott ist nicht nur der ganz Nahe (Weihnachten!), er ist auch der ganz Andere.
Gerade das fasziniert mich am Christentum: Dass uns in Jesus der ganz Andere ganz nahe gekommen ist – mit allen wundervollen Konsequenzen. Denn zur Wirkungsgeschichte von Bethlehem gehört, dass wir einander näher kommen können, weil wir an Jesus glauben.
Autor:Gilbert Rosenkranz aus Tirol | TIROLER Sonntag |
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