Geerdete Religiosität
Wunderbares Osttirol

Heinrich Bolte aus Paderborn liebt die Bergwelt Osttirols.  | Foto: Heinrich Bolte
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Seit mehr als 30 Jahren ist Heinrich Bolte im Virgental auf Urlaub. Auf seinen Wanderungen in Osttirol ist immer seine Kamera mit dabei.

Schon Jahrzehnte geht mein Herz vom Frühsommer bis weit in den Herbst hinein in Richtung Osttiroler Bergwelt. Warum die Berge, warum nicht auch mal das Meer? Beide Regionen haben ihre Eigenart und Berechtigung. Das Meer steht gewiss für Weitsicht, die Berge fürs Vertikale. Zum einen zunächst einmal nach oben, sodann aber, ist man oben, auch nach unten sowie, je höher ich bin, aufgrund imposanter Fernsicht ebenso für eine unendliche Weite. Am Horizont wird der Blick nochmals anders innerlich „nach oben“ gewendet aufgrund von Dankbarkeit, hier oben stehen zu dürfen, vielleicht auch einfach nur, es bis hierhin geschafft zu haben, oder auch aufgrund eines tiefen Staunens über die Schönheit dieser Welt, die uns hoffentlich intakt erhalten bleibt. Die innere Bewegung nach oben wie nach unten, von links nach rechts, jedenfalls dem Horizont entlang … – diese innere Bewegung bildet das Kreuz in uns ab, das wir auf so vielfältige Weise auf den Bergen selbst sowie auf den Wegen als Martel und unten im Tal äußerlich wiederfinden. Es steht fürs ganzheitlich Religiöse, für eine Innerlichkeit, die im „Überstieg“ ins Transzendente, ins universal Ewige geht. Das ist der Grund in doppelsinniger Weise, warum mich die Bergwelt immer wieder anzieht. Sie imponiert aufgrund der hohen Berge, aber sie schenkt auch ein „Nach-Hause-Kommen“; und die Menschen, die hier aufgewachsen sind, sind schon da, wo ich als Fremder viel-leicht erst hinkommen muss, sind „natürlich religiös“ und pflegen ihr Wesen in und mit den Kirchen und Kapellen, die wiederum Ausdruck ihrer natürlichen Religiosität sind. Jede Kirche mit ihrem Turm ist ein Fingerzeig des Ewigen wie es die Berge von sich aus sind.

Heinrich Bolte
Der Autor und Fotograf ist Kur- und Klinikseelsorger der Erzdiözese Paderborn

Heinrich Bolte aus Paderborn liebt die Bergwelt Osttirols.  | Foto: Heinrich Bolte
Abendstimmung am Großvenediger. | Foto: Heinrich Bolte
Das Dach der Pfarrkirche St. Andreas in Prägraten mit dem Kreuz als Dachreiter.  | Foto: Heinrich Bolte
Die Felsenkapelle bei der Bonn-Matreier-Hütte auf 2.750 Meter Seehöhe – ein buchstäblich in Stein gehauener Glaube.  | Foto: Heinrich Bolte
Deckenfresko in der Vierung der Pfarrkirche St. Alban (Matrei i. O.) von Franz A. Zeiller aus dem Jahr 1783. | Foto: Heinrich Bolte
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TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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