Diözese Innsbruck begeht Petrus Canisius Jahr 2021
Zum Leben ermutigen

Bischof Hermann Glettler in der Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck
  • Bischof Hermann Glettler in der Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck
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Bischof Hermann Glettler und Pfarrer Mariusz Sacinski feierten zum Auftakt des Petrus Canisius Jahres 2021 einen Radiogottesdienst in der Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck.

Im Mai 2021 jährt sich zum 500. Mal der Geburtstag von Petrus Canisius, dem Diözesanpatron der Diözese Innsbruck. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres feierte Bischof Hermann Glettler zusammen mit Pfarrer Mariusz Sacinski am heutigen Sonntag, 10. Jänner, um 10 Uhr einen Gottesdienst in der Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck. Die Feier zum Fest der Taufe des Herrn fand im kleinsten Kreis statt und wurde live auf ORF Radio Tirol übertragen.

Dem Taufbekenntnis neue Kraft geben
In seiner Predigt ermutigte Bischof Glettler dazu, dem Glaubensleben eine neue Frische und Lebensrelevanz zu geben. "Erneuerung ist angesagt, lässt sich aber weder machen noch verordnen", so der Bischof. Auch wenn die Lebens- und Kulturgeschichte Tirols durch den christlichen Glauben nachhaltig geprägt sei, stelle sich die Frage: "Welche Kraft hat heute unser Taufbekenntnis?" Der Bischof erinnerte an Petrus Canisius, der der sich in einer schwierigen Zeit und trotz vieler Widerstände für die Erneuerung des Glaubens eingesetzt habe. Die biblische Erzählung von der Taufe Jesu zeige, dass Jesus "in uns das Herzfeuer seiner Liebe" entzünde. "Das ist der Ursprung des schönsten Flächenbrandes, den wir mit Hilfe des Petrus Canisius heuer wieder entfachen wollen", so Glettler.

Zum Leben ermutigen und Zusammenhalt stärken
Dabei wolle man Petrus Canisius nicht als "Genie kirchlicher Volksbildung oder Hero der katholischen Reform feiern". Glettler: "Wir wollen uns als Getaufte in diesem Jahr noch bewusster in den Dienst aller Menschen stellen". In diesem Jahr, so der Bischof, "wollen wir 500 Herzfeuer des Glaubens und der Nächstenliebe entzünden, die Menschen zum Leben ermutigen, den Schatz des Glaubens wieder verständlich machen und vor allem den sozialen Zusammenhalt stärken". Alle Vereine sowie alle kulturell und sozial engagierten Gruppen seien eingeladen, sich dieser Bewegung des Petrus-Canisius-Jahres anzuschließen.

Erster deutscher Jesuit
Petrus Canisius wurde bei der Gründung der Diözese Innsbruck im Jahr 1964 als deren Patron erwählt. Geboren am 8. Mai 1521 in Nimwegen in den heutigen Niederlanden, trat er 1543 als erster Deutscher in den Jesuitenorden ein. Sein großes Anliegen als leidenschaftlicher Prediger und Schreiber war die Reform der katholischen Kirche. Canisius verfasste insgesamt drei Katechismen, in denen er Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Glauben der katholischen Kirche in verständlicher Weise näherbringen wollte.

Lange Aufenthalte in Tirol
Petrus Canisius hielt sich häufig in Österreich auf. In Wien war er 1554 für ein Jahr Administrator des Bistums, ehe er damit beauftragt wurde, ein Jesuitenkolleg in Prag zu gründen. Er nahm mehrmals an den Beratungen des Konzils von Trient teil und hielt sich schließlich von 1560 bis 1580 meist in Innsbruck auf. 1562 eröffnete er das Jesuitenkolleg in Innsbruck, 1569 eines in Hall. Ab 1571 diente er als Hofprediger bei Erzherzog Ferdinand II in Innsbruck und zog als Prediger und Volksmissionar durchs Land.

Letzte Lebensjahre in Fribourg
Im Jahr 1580 hat Petrus Canisius Innsbruck verlassen und ging nach Fribourg in der Schweiz, wo er Vorbereitungen für die Gründung eines Jesuitenkollegs traf. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1591 musste er seine Tätigkeit einschrenken. Am 21. Dezember 1597 starb Petrus Canisius in Fribourg und wurde dort bestattet. Im Jahr 1864 wurde Petrus Canisius von Papst Pius IX. seliggesprochen, am 21. Mai 1925 hat ihn Papst Pius XI. heiliggesprochen. Sein Gedenktag wird am 27. April gefeiert.

Autor:

Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag

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