Westbahntheater: Stück über P. Franz Reinisch
Vom Ruf des Gewissens
- Foto: Westbahntheater/Sonja Rudolf
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Das Westbahntheater in Innsbruck zeichnet die letzten Lebenstage von P. Franz Reinisch nach. Premiere des Theaterstücks ist am 7. März, Text und Regie stammen von Bernhard J. Lang, der bereits Stücke über Petrus Canisius und Edith Stein geschrieben hat.
Es ist eine Entscheidung, die das Leben von P. Reinisch verändert: 1942 verweigert der Pallottinerpater den Fahneneid auf Hitler. Das führte zu seiner Verhaftung und schließlich am 21. August 1942 zum Tod durch das Fallbeil. Reinisch sollte der einzige katholische Priester bleiben, der den Fahneneid und damit den Kriegsdienst verweigert hat. Der gebürtige Vorarlberger ist in Tirol aufgewachsen und am Franziskanergymnasium in Hall zur Schule gegangen. Später trat er in das Priesterseminar in Brixen ein und wurde 1928 zum Priester geweiht. Für ihn läuft ein Seligsprechungsverfahren in Rom.
Vorbild
„Mich interessieren nicht so sehr die biographischen Details, sondern die Vorbildfunktion von P. Reinisch für die heutige Zeit“ erzählt Regisseur Bernhard Lang. Reinisch habe immer betont, dass er mit den Massen, die angepasst einem Führer und einer Ideologie hinterherlaufen, „nicht mithalten könne, sondern seinem Gewissen folgen müsse. Und der Geist, der diese Massenbewegung groß gemacht hat, ist noch immer da“, so Lang. Die Gesellschaft sage den Menschen, wie sie sich verhalten sollen, zugleich stehe jeder Mensch aber vor der Frage, ob das auch stimmt.
Fragen
Das Stück, das im Westbahntheater auf die Bühne kommt, spielt sich vor allem im Kopf von P. Reinisch ab. „Die Zuschauer steigen in das Innenleben des Menschen ein und erleben, wie sich dort ganze Welten öffnen.“ Anstatt fertige Antworten zu liefern, stellt das Stück vor allem Fragen:
Was genau ist eigentlich das, was wir Gewissen nennen? Reinisch habe sich nicht dem Gehorsam verschrieben, sondern seiner inneren Stimme – die aber immer auch geprüft werden müsse. Das gelte auch heute: „Wer sagt uns, was gut ist, was richtig ist oder falsch“, meint Bernhard Lang – und verweist auf eine Zeit, in der künstliche Intelligenz zu einer großen Verunsicherung darüber führt, wem und was man glauben darf.
Mutiger Einsatz
Dasselbe gilt für das Heldentum. Was verstehen wir unter einem Helden? Für ihn gebe es ein wesentliches Kriterium: „Der Mensch muss über seine eigene Angst hinauswachsen und sich in erhebender Weise für die Gesellschaft einsetzen.“ Dieser Einsatz basiere letztlich auf einer Liebe, die nicht als Gefühl missverstanden wird, sondern als aktives Tun für den Anderen: „Es geht nicht um mich allein, sondern um mich im Einsatz für die Gemeinschaft“.
„Vom Altar in die Arena“, so der Titel des Stücks, hat am 7. März Premiere. Das Projekt sei eine gelungene Zusammenarbeit mit dem Westbahntheater, das abgesehen von Martin Strele als P. Reinisch, das gesamte neunköpfige Ensemble stellt.
Vom Altar in die Arena
Ein Theaterstück über die letzten Wochen im Leben von P. Franz Reinisch. Es handelt von einem
Menschen, der seinem Gewissen folgt und den Eid auf das NS-Regime verweigert. Das Stück handelt
von persönlichem Mut und stellt die Frage, wie standhaft wir selbst bleiben, wenn es darauf ankommt.
Premiere: Samstag, 7. März.
Weitere Termine: 13./ 14./ *15./ 21./ *22./ 27./ 28./ *29. März.
Beginn um 20 Uhr,
* an Sonntagen 19 Uhr.
Karten auf www.westbahntheater.at
oder per Tel. 0676/498 8025
Autor:Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag |
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