Exerzitien im Alltag in Kappl
Gönne dich dir selbst
- Klaudia Siegele-Lenz leitet „Exerzitien im Alltag" in Kappl.
- Foto: Kleinheinz
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Im Alltäglichen Gott suchen – dazu laden die Exerzitien im Alltag ein. Klaudia Siegele-Lenz
aus Kappl hat dieses Angebot zum Innehalten für sich entdeckt und begleitet im Seelsorgeraum Unteres Paznaun (Kappl, Langesthei und See) eine Exerzitien-Gruppe in der Fastenzeit.
Wie haben Sie zu den Exerzitien im Alltag gefunden?
Klaudia Siegele-Lenz: Ich bin seit elf Jahren Pfarrsekretärin, zunächst in der Pfarre Neu-Pradl in Innsbruck. Seit ich wieder in meiner Heimatgemeinde Kappl wohne, darf ich in See dieses Amt ausüben. In Pradl habe ich erstmals während der Fastenzeit an den Exerzitien im Alltag teilgenommen. Hier reifte mein Wunsch, irgendwann selbst eine Gruppe anzuleiten.
Wie und wann erfüllte sich dein Wunsch und welche Voraussetzung braucht es dazu?
Siegele-Lenz: Als Voraussetzung braucht es gar nicht viel. Das Lernen ist großteils ein Prozess der Selbsterfahrung. Für Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sowie Interessierte werden die Exerzitien im Alltag jedes Jahr im Herbst bei den Don Bosco Schwestern in Baumkirchen angeboten. Daran nehme ich seither jedes Jahr teil.
Um das Handwerkszeug für die Leitung von Gruppen zu erlernen, habe ich den Kurs „Fit für die Seelsorge“ in Stams besucht. Als Bischof Hermann Glettler vor zwei Jahren im Rahmen der Bischofsvisitation den Wunsch äußerte, dass eine Weggemeinschaft im Seelsorgeraum schön wäre, fasste ich den Mut: Ich begann nicht nur mit einer Weggemeinschaft, sondern auch mit Exerzitien im Alltag.
Was sind Exerzitien eigentlich?
Siegele-Lenz: Exerzitien sind geistliche Übungen. Diese Übungen werden in den täglichen Ablauf integriert. Sich täglich 15 Minuten Zeit zu nehmen und im besten Fall ganz spontan in einem überraschenden Moment meines Alltags die Spuren Gottes zu entdecken, lohnt sich. Ein wichtiger Teil der Exerzitien ist das tägliche Reflektieren, wobei man sich kleine Notizen machen kann, die man dann auch in der Gruppe teilen kann. Die fünf wöchentlichen Treffen vor Ort oder online bieten einen Erfahrungsaustausch, lassen Gemeinschaft erleben und ermöglichen eine gemeinsame Rückschau. Die vorbereiteten Unterlagen sind Impulsgeber, aber auch Musik und Meditation dienen zum Betrachten.
Welche Themen kommen vor und wie lautet das Motto für die Exerzitien im Alltag 2026?
Siegele-Lenz: Jedes Jahr vertiefen wir uns in ein bestimmtes Thema. In der kommenden Fastenzeit liegt der Themenschwerpunkt auf der Vergebung. Da geht es zum Beispiel darum, dass gut gemeinte Alltagsaussagen wie „Schwamm drüber!“ oder „Lass es gut sein!“ oft nicht weiter helfen. Aus dieser Hilflosigkeit heraus kann in der gemeinsamen und täglichen Betrachtung eine für alle Beteiligten gute Haltung des Vergebens eingeübt werden.
Wie lautet dein Resümee nach zwei Jahren als Begleiterin von Exerzitien im Alltag?
Siegele-Lenz: Durch die Exerzitien im Alltag bin ich nah am Menschen. Ich bin ein kreativer, sozialer Mensch und diese Aufgabe ist für mich ein toller Ausgleich zur Bürotätigkeit.
Ich freue mich, dass ich durch die Vorbereitungsexerzitien mit den Don Bosco Schwestern in Baumkirchen verbunden bleibe und die Ideen und Anregungen während der Fastenzeit in der eigenen Pfarre umsetzen kann.
Interview: Alexandra Kleinheinz
Autor:TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag |
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