Gute Entscheidungen treffen, Teil 2 mit Melanie Wolfers
Den Kompass „ein-norden"

Melanie Wolfers ist Salvatorianerin, Philosophin, Theologin, seelsorgerin, gefragte Referentin und BEstsellerautorin. Sie leitet „impulsleben“, ein Projekt für junge Erwachsene. 
 | Foto: Robert Maybach
  • Melanie Wolfers ist Salvatorianerin, Philosophin, Theologin, seelsorgerin, gefragte Referentin und BEstsellerautorin. Sie leitet „impulsleben“, ein Projekt für junge Erwachsene.
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Können Sie mir bitte sagen, wo ich hin will?“ – Mit dieser kuriosen Frage, die er an Passanten richtete, bringt der berühmte Komiker Karl Valentin die verbreitete Orientierungslosigkeit auf den Punkt. Worauf kommt es mir an? Wofür schlägt mein Herz? Wozu sage ich Ja im Leben? Und wozu Nein? Diese Fragen stellen sich, wenn wir nach einer richtigen Entscheidung suchen.
Entwickeln wir eine Vorstellung von dem, was für uns wirklich von Bedeutung ist, steht uns ein innerer Kompass zur Verfügung. Mit dessen Hilfe können wir uns orientieren, wenn wir auf eine Weggabelung stoßen und die verschiedenen Alternativen und Ziele abwägen. Daher gehört es mit zum Wichtigsten im Leben zu wissen, was wir wirklich wollen. Der innere Orientierungssinn ist also gefragt – und der gerät schnell unter die Räder. Wie leicht übertönt das Alltagsrauschen die leise Stimme der Sehnsucht. Im eng getakteten Leben findet sie nur schwer Gehör. Sorgen, Enttäuschungen oder auch die Erwartungen anderer können sie fast zum Schweigen bringen. Und oft melden sich Tageswünsche vorlaut zu Wort – angefeuert durch die Werbetrommel der Konsumgesellschaft – und übertönen die tieferen Herzenswünsche.
Nur wer den Mut aufbringt, sich Stille zu gönnen und regelmäßig bei sich selbst einkehrt, wird die innere Stimme in neuer Klarheit vernehmen.

Imaginationsfragen. Um deutlicher in den Blick zu bekommen, worauf es einem ankommt, erleben viele Menschen Imaginationsfragen als hilfreich. Denn diese sprechen nicht nur das Denken an, sondern den ganzen Menschen: Emotionen, Träume, Phantasien, Körper, Herz, Intuition …
Wenn Sie sich folgenden Fragen zuwenden wollen, empfiehlt es sich daher, sie spontan zu beantworten:
• Angenommen, ich hätte zwei Leben zur Verfügung – wie würde mein zweites Leben aussehen?
• Was ist mir das Risiko wert, mich dafür mit all meiner Kraft einzusetzen, selbst wenn ich scheitere?
• Welche Menschen beeindrucken mich? Und warum?
• Welches Bild von der Person Jesu – aus der Kunst, Literatur oder Bibel – spricht mich besonders an?
• Wenn ich einem Menschen, der heute geboren wird, einen einzigen Rat mit auf seinen Lebensweg geben sollte: Wie würde der lauten? Abschließend können Sie Ihre Antworten betrachten und sich fragen:
• Sehe ich in meinen Antworten
einen roten Faden, eine tiefer liegende Sehnsucht, die sich durchzieht?
• Wie passen meine Sehnsüchte zu dem, was ich vom Evangelium verstanden habe?

Innerste Sehnsucht. Die Antwort auf die Fragen „Was willst du? Wofür lebst du?“ kann und darf Ihnen niemand abnehmen. Denn die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens lässt sich nur persönlich beantworten. Nur Sie selbst können entdecken und entfalten, welche Ziele und Werte Ihrer innersten Sehnsucht entsprechen. Und dies geht allein im Dialog mit sich und mit der Welt. Und mit dem Urgrund des Lebens, mit Gott.

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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