Neue Studienpläne für Volksschullehrer-Ausbildung
Bilden, fördern, begleiten

Künftige Volksschullehrer:innen erwarten im Herbst neue Studienpläne – mit mehr Praxis und größerer Wahlfreiheit.  | Foto: KPH Es
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Sie unterrichten, erziehen, begleiten, fördern, schlichten, vermitteln, trösten,... Was Pädagog:innen heute leisten müssen, geht weit über die Vermittlung von Wissen hinaus. Um angehende Lehrpersonen gut auf diese Aufgaben vorzubereiten, werden die Studienpläne für die Ausbildung laufend angepasst. Das ist nun mit der Ausbildung für Volksschullehrer:innen geschehen, die vor kurzem in den Räumlichkeiten der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein (KPH) in Innsbruck vorgestellt wurde. Die KPH Edith Stein ist eine von 14 Einrichtungen in Österreich, an denen angehende Volksschullehrer:innen ihr Handwerk erlernen können.

Gesellschaft wirkt in Schule hinein
Flucht und Migration, Pandemie, Krieg, Digitalisierung – das sind nur einige Stichworte, die aufzeigen, wie schnell sich die Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren geändert hat. Darauf wird nun auch mit den neuen Studienplänen reagiert. „Lehrpersonen müssen gesellschaftliche Veränderungen erkennen und darauf reagieren“, erklärt der Rektor der KPH Edith Stein, Nikolaus Janovsky. Die neuen Studienpläne bieten mehr Freiraum für eigene Schwerpunktsetzungen, legen einen Schwerpunkt auf das Miteineinander an der Schule und auf die Elternarbeit und orientieren sich noch stärker an der Praxis, erklärt Rektor Janovsky: „Schon ab dem ersten Semester können die Studierenden Erfahrungen im Schulalltag sammeln“. Immer wichtiger werde es auch, die „kulturellen und religiösen Unterschiede an den Schulen als Ressource zu nutzen“.


Dialogfähig werden

Dass gesellschaftliche Änderungen auch vor dem Religionsunterricht nicht Halt machen, weiß Alexander van Dellen von der KPH Edith Stein: „Religionslehrer:innen stehen vor der Herausforderung, die Schüler:innen in Bezug auf religiöse Pluralität, die sie ja auch schon im Klassenzimmer vorfinden, zu sensibilisieren.“ Im Religionsunterricht gehe es in erster Linie nicht darum, in eine religiöse Tradition einzuführen, so van Dellen. „Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler in religiösen und weltanschaulichen Fragen dialogfähig werden“. Auf all diese Anforderungen werde im neuen Lehrplan für die Ausbildung von Religionslehrer:innen geachtet. Aber die Aufgaben der Religionslehrer:innen reichen weit über den Unterricht hinaus, betont Alexander van Dellen: Religionslehrer:innen sind sehr oft auch für die schulische Fest- und Feierkultur zuständig, sie sind Ansprechpartner bei psychischen Krisen oder bei Todesfällen. Auch darauf werde in der neuen Ausbildung Rücksicht genommen, etwa mit einem neuen Schwerpunkt zu „schulsozialpädagogischem Handeln“.

Vier Standorte, ein Ziel

„Gute Lehrer:innen braucht das Land“. Mit diesem Spruch wirbt die Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein dafür, pädagogische Berufe zu ergreifen. An vier Standorten in Feldkirch, Stams, Innsbruck und Salzburg werden Aus-, Fort- und Weiterbildungen angeboten. Das Bachelorstudium für die Primarstufe (Volksschule) in Stams umfasst sechs
Semester. Anmeldeschluss: 29. August.

Alle Infos auf www.kph-es.at

Künftige Volksschullehrer:innen erwarten im Herbst neue Studienpläne – mit mehr Praxis und größerer Wahlfreiheit.  | Foto: KPH Es
Präsentierten die neuen Studienpläne für die Ausbildung zum Volksschullehrer/zur Volksschullehrerin: (v. li.): Rektorin Elisabeth Haas (PH Vorarlberg), Prof. Andreas Schnider Qualitätssicherung), Prof. Beatrix Karl (Vorsitzende der Rektor:innenkonferenz), Rektor Nikolaus Janovsky (KPH ES) und Rektorin Regine Mathies (PH Tirol). 
 | Foto: KPH Edith Stein/Nössing
Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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