Soziale Medien
Frischer Wind im Kloster

Klosterleben. Das rechte Maß an geruhsamem Ausrasten und arbeitsamem Wirken zeigen die Mönche der Benediktinerabtei Michaelbeuern auf den sozialen Medien: Pater Clemens Koch im Garten (l.). | Foto: RB/Abtei Michaelbeuern
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  • Klosterleben. Das rechte Maß an geruhsamem Ausrasten und arbeitsamem Wirken zeigen die Mönche der Benediktinerabtei Michaelbeuern auf den sozialen Medien: Pater Clemens Koch im Garten (l.).
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Soziale Medien hinter alten Klostermauern: Mit zwei jungen Benediktinermönchen in Michaelbeuern haben die modernen Medien in der Abtei Einzug gehalten. Derzeit leben 13 Mönche in der Gemeinschaft.

von Conny Pipal

Michaelbeuern. Heute ist was los in der Cafeteria des Bildungshauses. Die Teilnehmenden eines Seminars treffen sich zwischen den Lerneinheiten zu einem gemütlichen Plausch. Pater Felix kommt mit der Kamera in der Hand um die Ecke und knipst in die illustre Runde. Wenig später sind die Fotos auf Instragram zu sehen. Die moderne Welt der Medien hat hinter den alten Klos­t­­ermauern Einzug gehalten und gibt einen lebendigen Einblick in die verschiedenen Lebensbereiche der Mönche.

Diesen Einblick gewähren sie auch auf ihrer neuen Homepage. Hier wird gezeigt, wie bunt das Leben im Kloster sein kann. Neben den täglichen Gebeten, den benediktinischen Ritualen und allem, was ein Dasein in der Abtei ausmacht, gibt es eine Vielfalt von Aufgaben, die von den Mönchen pflichtbewusst erfüllt werden und zudem Spaß machen. Dazu gehört auch das Kümmern um den Klostergarten. Wie groß dort die Kürbisse wachsen, durfte die Welt draußen auf den sozialen Medien bewundern. Wie die Mönche mit unbarmherziger Sommerhitze fertig werden, ebenso.

„Ich schätze das Engagement meiner Mitbrüder sehr, die hier sehr charmant Spannendes, Informatives und Unterhaltsames aus dem Klosteralltag erzählen. Als ich in unserer Partnerschule in Ghana war, konnte ich die witzigen Reaktionen auf die Hitzewelle zuhause auf Instagram mitverfolgen,“ sagt Abt Johannes Perkmann lächelnd und ergänzt: „Medien sind wichtig, damit wir Kontakt zu den Menschen halten und sie erreichen. Ein Kloster hat bergende Mauern, aber auch viele Fenster und Türen, die Begegnung und Gastfreundschaft ermöglichen. Die digitalen ,Fenster und Türen‘ ersetzen keine echte Begegnung, sind aber gute Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben.“

Moderne Welt dank junger Mönche

Die sozialen Medien gehören dank Pater Felix und Pater Joseph zur Öffentlichkeitsarbeit der Abtei. „Bevor wir hierherkamen, waren wir beide Jugendseelsorger, Joseph in Innsbruck, ich in Salzburg. Wir haben uns überlegt, in welcher Form wir die Jungen erreichen können. Paulus stellte sich auf den Marktplatz und verkündete das Evangelium. Wenn wir jetzt die Menschen erreichen möchten, müssen wir den Marktplatz der heutigen Zeit, das Internet, nutzen“, ist Pater Felix überzeugt.

In die Gemeinschaft einfügen

Beide Mitbrüder sind im Noviziat, einer Art Probezeit. Diese dauert ein Jahr und gibt dem Kandidaten den Raum, sich intensiv mit dem Leben der Benediktiner vertraut zu machen. „Pater Joseph wurde im vergangenen Jahr am 25. Juni und ich am 21. März eingekleidet. Seitdem leben wir in der Gemeinschaft. Das ist anders als im Pfarrhof. Ich muss mich anpassen und einfügen ebenso wie die Mitbrüder. Neue Sichtweisen eröffnen sich. Es ist ein stetiges Geben und Nehmen“, erzählt Pater Felix. Abt Johannes freut sich, dass diese jungen Mönche das klösterliche Leben in die moderne Welt übersetzen. Und auch in Bezug auf die sozialen Medien gilt die Benediktiner-Regel, nämlich stets das rechte Maß einzuhalten.

Wissenswertes:
Nach dem einjährigen Noviziat wird die zeitliche Profess abgelegt. Der Kandidat verspricht, für zumindest drei Jahre im Kloster zu leben. Nach Ablauf dieser drei Jahre kann der Mönch die Ewige Profess ablegen und bindet sich somit an ein Leben im Kloster. www.abtei-michaelbeuern.at

Klosterleben. Das rechte Maß an geruhsamem Ausrasten und arbeitsamem Wirken zeigen die Mönche der Benediktinerabtei Michaelbeuern auf den sozialen Medien: Pater Clemens Koch im Garten (l.). | Foto: RB/Abtei Michaelbeuern
Pater Joseph Meixner mit Pater Felix Eder beim Keksebacken. | Foto: RB/Abtei Michaelbeuern
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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