Virgilbus
Immer sonntags: Der Nächste bitte

Die Untersuchungen finden in Coronazeiten nicht im engen Ambulanzfahrzeug statt, sondern im Haus Franziskus und vorher in der Cafeteria der Katholischen Hochschulgemeinde.
  • Die Untersuchungen finden in Coronazeiten nicht im engen Ambulanzfahrzeug statt, sondern im Haus Franziskus und vorher in der Cafeteria der Katholischen Hochschulgemeinde.
  • Foto: RB/Virgilbus
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Der Virgilbus ist seit 2016 die rollende Praxis für Notreisende, Obdachlose und Nichtversicherte in Salzburg. Corona hat die medizinische Versorgung verändert.

Am ersten Adventsonntag 2014 ging der Virgilbus in Betrieb. Ausgefallen ist er kein einziges Mal. Dann kam Corona. Die Pandemie sorgte für eine Zwangspause, die jedoch seit vergangenen November aufgehoben ist. Und das ist gut so, denn ein niederschwelliges, medizinisches Angebot ist gerade in einer Gesundheitskrise unbedingt notwendig. Das bestätigt Sebastian Huber, Mediziner und Zweiter Salzburger Landtagspräsident in Salzburg. Er ist selbst regelmäßig als „Virgilbus-Arzt“ im Einsatz und blickt zurück: „Das Team war es gewohnt, die Menschen im Ambulanzwagen zu betreuen. Der erste Lockdown stoppte uns“, sagt Huber. Er spricht von einem Kraftakt der Rettungsorganisationen Rotes Kreuz, Samariterbund, Malteser Hospitaldienst und der Caritas – sie alle brachten die Praxis auf vier Rädern wieder auf die Straße.

Ordination im Haus Franziskus

Mittlerweile steuert er das Haus Franziskus an. In der Caritas-Notschlafstelle für obdachlose und armutsgefährdete Leute heißt es jeden Sonntag: „Der Nächste bitte!“ Alle Beteiligten können hier bei den Untersuchungen die Abstandsregeln einhalten. Die Eugendorfer Firma Novogenia macht zudem kostenloe Coronatests möglich. Wer kommt zum Virgilbus? Menschen, die sich aus welchem Grund auch immer scheuen eine Arztpraxis aufzusuchen oder keine Versicherung haben. Die ehrenamtlichen Teams behandeln vor allem chronische Schmerzen, grippale Infekte, Atemwegsbeschwerden Zahnprobleme und Harnwegsinfekte. „Wenn wir Erkrankungen frühzeitig erkennen, können wir sie schonender und damit auch günstiger für das Gesundheitsystem behandeln“, betont Huber.

Mehr als 4.500 Behandlungen

312 Patientinnen und Patienten verzeichnete der Virgilbus 2020. Aufgrund des coronabedingten Stillstandes liegt diese Zahl hinter jener aus den Vorjahren. Dafür sind die Behandlungen pro Einsatz gestiegen. Waren es in den Vorjahren noch im Schnitt 17 pro Abend, so sind es jetzt rund 21. Ehrenamtlich im Dienst waren dafür im Vorjahr 30 Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie acht Ärztinnen und Ärzte. Insgesamt weist die Statistik seit Dezember 2014 mehr als 4.500 Behandlungen aus.

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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