35 Jahre Tschernobyl
Die Erinnerung an die Katastrophe lebt

1986 hieß es für Kathrin Muttenthaler „raus aus der Sandkis-te!“. An die Reaktorkatastrophe und die Maßnahmen in der Familie erinnert sie sich gut. Heute ist sie die Umweltreferentin der Erzdiözese Salzburg.
  • 1986 hieß es für Kathrin Muttenthaler „raus aus der Sandkis-te!“. An die Reaktorkatastrophe und die Maßnahmen in der Familie erinnert sie sich gut. Heute ist sie die Umweltreferentin der Erzdiözese Salzburg.
  • Foto: RB/mih
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Am 26. April 1986 brach in dem damals sowjetischen Atomkraftwerk die nukleare Hölle los. Block vier war explodiert. Auswirkungen der Katastrophe sind bis heute spürbar. Tiere und Pflanzen sind mancherorts und auch hierzulande immer noch radioaktiv belastet.Kathrin Muttenthaler, Umweltreferentin der Erzdiözese Salzburg (im Bild vor dem Atom-Mahnmal in der Stadt Salzburg), erinnert sich an jenen Frühling vor dreieinhalb Jahrzehnten. Als Mädchen hieß es lange „Drinnenbleiben“ für sie und ihre Freunde. Erst Tage nach der größten Atomkatastrophe der zivilen Kernkraftnutzung wurde auch in Europa und der Welt bekannt, was passiert war.
Beruflich beschäftigt sie das Thema Energie – und vor allem das Einsparen – stark. Für das Rupertusblatt hat die Biologin Tipps gesammelt. „Jedes Produkt verbraucht in der Herstellung Energie“, gibt sie zu bedenken. „Ein reflektierter Einkauf oder reparieren statt wegwerfen würde helfen, deutlich Energie einzusparen“, sagt sie. Auch Teilen sei ein Weg, denn wahrscheinlich brauche ja nicht jeder Gartenbesitzer einen eigenen Rasenmäher.

Die „nukleare Hölle“ wirkt noch nach

„Obstkauf ist Vertrauenssache“ steht auf der Homepage der Familie Muttenthaler. Auf Salzburger Märkten bietet sie Früchte und Gemüse an. „Nach der Reaktorkatastrophe waren Schwammerl aus dem Lungau selbstverständlich nicht zu verkaufen“, erinnert sich Kathrin Muttenthaler. Mit dem Geigerzähler seien die Sucher auch Jahre danach noch durch den Wald gegangen, um zu prüfen, welche Flecke unverseucht seien, auf denen Pilze wuchsen. Regenwolken und Wind hatten gefährliche Partikel bis nach Österreich und weiter getragen, als es am 26. April 1986 im Block vier des damals noch sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl zu einer Explosion gekommen war.

Aktueller denn je: Strom sparen

Strom und Energie sind für Muttenthaler wichtige Begleiter im Alltag geworden. Auch beruflich. Als Umweltreferentin begleitet sie etwa den Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf erneuerbare Energien. Die Erzdiözese sei bemüht, diesen Wandel innerhalb der kommenden zehn Jahre zu schaffen.Schon jetzt können alle dazu beitragen, den Energiebedarf zu Hause zu senken. Muttenthaler: „So toll die Umstellung auf LED-Lampen war, auch sie sollen Garten und Wohnraum nicht rund um die Uhr bestrahlen. Besser sind Zeitschaltuhren und Phasen, in denen kein Strom fließt.“ Die Biologin rät zu Kippschaltern, etwa in Büros. Kaffeemaschinen und Drucker sollten nicht Tag und Nacht laufen. „Wer Filme oder Serien aus dem Internet streamt möge bedenken, dass eine Folge mit 30 Minuten Länge so viel Energie braucht, wie 30 Minuten Autofahren.“

Michaela Hessenberger

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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