Emil Kolenik bewahrt das Florianisingen Kühnsdorfs
Von Haus zu Haus für Florians Schutz

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Seit 11 Jahren organisiert Emil Kolenik (67) das Florianisingen der Kameradschaft der Feuerwehr Kühnsdorf, bei dem sie von Tür zu Tür ziehen, um den heiligen Florian um Schutz vor Hagel und Feuer zu bitten. Carina Müller

„Das Florianisingen ist ein uralter Brauch, der im Dekanat Eberndorf seinen Ursprung hat“, erklärt Kolenik. „Dieser Ursprung reicht ins 18. Jahrhundert zurück, als junge Burschen einmal im Jahr von Haus zu Haus zogen, um Schmalz und Eier zu erbetteln“, so der Kühnsdorfer. Später wandelten die Jesuiten den ursprünglich heidnischen Brauch in eine katholische Tradition zu Ehren des heiligen Florian um.

„Seitdem findet in der Nacht vor dem 4. Mai bei uns das Florianisingen statt. Wir gehen von Haus zu Haus und singen bittend um Schutz vor Feuer und Hagel“, erzählt Kolenik. Als Dank überreichen die Haushalte traditionell Eier und Schmalz. Die Idee dazu kam ihm, als er bemerkte, dass diese Tradition immer mehr in Vergessenheit geriet: „Der Brauch ist in Kühnsdorf so langsam eingeschlafen, also haben wir uns 2014 entschlossen, ihn zu beleben. Damals starteten wir mit einer Gruppe, heute brechen wir bereits mit drei Gruppen auf.“
Seine Motivation: „Die Feuerwehr leistet Hilfsdienste an die Bevölkerung. Und da habe ich mir gedacht, auch das könnte etwas für die Feuerwehr sein. Der Dienst am Nächsten ist auch ein kultureller“, so Kolenik. „Als wir das erste Mal unterwegs waren, waren die Leute begeistert. Sie haben schon auf uns gewartet als, wir noch 300, 400 Meter entfernt waren.“

Die Organisation liegt in seinen Händen: „Ich stelle sicher, dass wir mindestens 15 Sänger haben, besorge die 20 Eier-Lagen und koordiniere mit dem Gasthaus das Schnetize-Essen (Weißbrot getränkt in Ei und herausgebraten in Fett) am Sonntag nach der Florianimesse. Auch die Messe selbst gestalten die Feuerwehr und die Feuerwehrjugend mit.“

Heuer blickt Kolenik auf 25 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr zurück. Er war langjähriger Schriftführer und Kassier. Ein Halt in seinem Engagement ist noch lange nicht vorgesehen: „Der Brauch soll uns Freude bereiten. Wir singen, haben Spaß – und die Menschen freuen sich. Warum sollte man das sterben lassen? Dafür kämpfe ich, solange ich kann.“

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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