Christoph Astl (31) aus Güssing
Nicht nur den Korb im Blick

Sportlicher Religionslehrer: Christoph Astl versucht seinen SchülerInnen Werte fürs Leben zu vermitteln.
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  • hochgeladen von Gerald Gossmann

Christoph Astl aus Güssing spielt Basketball in der zweiten österreichischen Bundesliga und wirkt im Hauptberuf als Religionslehrer. Egal ob in der Schule oder in der Sporthalle – an beiden Orten versucht der 31-jährige nach den selben Werten zu leben.

Normalerweise würde Christoph Astl im Aktivpark von Güssing für seinen Verein, die „Jennersdorf-Güssing-Blackbirds“, auflaufen – sein Basketballteam in der zweiten österreichischen Bundesliga. Doch derzeit herrscht coronabedingt Spielpause. Deshalb fällt auch jenes Stoßgebet aus, das der Burgenländer normalerweise vor Spielen gen Himmel schickt. „Es ist nie ein Bittgebet vor einem Match“, erklärt Christoph Astl, „sondern ich tue das, um den Kontakt zu Gott aufzubauen, und ich hoffe, dass er mir während des Spiels viel Kraft gibt.“
Christoph Astl ist 31 Jahre alt und 190 Zentimeter groß. Geboren und aufgewachsen ist er in Güssing. Seit diesem Schuljahr unterrichtet der begeisterte Basketballer katholische Religion am BRG Oberschützen und an der MS Güssing.

Teamgeist. Religion gebe ihm die geistige Kraft, Sport die körperliche Fitness. Für ihn sei beides eine wichtige Säule, sagt Christoph Astl. „Beim Basketball geht es ums Gewinnen, aber genauso um Respekt, Fairness und viel Toleranz.“ So versuche er auch als Christ zu leben. Ohne bestimmte Regeln funktionieren aber weder das eine noch das andere. „Ein gutes Vorbild sein“ und authentisch bleiben – das will er als Religionslehrer seinen Kindern und Jugendlichen vermitteln.
Seine SchülerInnen wissen von ihm, dass er als Basketballer in einer über die Stadtgrenzen bekannten Mannschaft spielt; die wenigsten jedoch, dass er sich auch in seiner Heimatpfarre einbringt und seinen Glauben lebt.

Kein Widerspruch. Ihnen bringe er näher, dass das Engagement in einer Pfarre und der Glauben an Gott sowie eine sportliche Betätigung kein Widerspruch sind. Sport dürfe aber niemals zu einer Art Ersatzreligion werden, warnt er die Heranwachsenden. Problematisch findet er in diesem Zusammenhang – trotz seines muskulösen Aussehens – den von manchen Sportler betriebenen Körperkult. Dieser hat für ihn nichts mit Sport zu tun.Jede Klasse für sich. Im Fach Religion sieht Christoph Astl weder etwas Verstaubtes noch etwas Langweiliges. Ganz im Gegenteil.
Es kann sehr spannend und abwechslungsreich zugleich sein, ist der Pädagoge überzeugt. Nicht nur Toleranz und Nächstenliebe versucht er seinen SchülerInnen näher zu bringen, auch aktuelle Themen greife er spontan auf.

Kein Rezept. Für Christoph Astl gibt es daher kein eigenes Rezept für einen idealen Religionsunterricht. „Ich koche für jede Klasse und jede Stunde ein eigenes Menü.“ Auf das Religionsbuch verlasse er sich öfters, da es sich vom Aufbau her gut für den Unterricht eignet. Selbstverständlich orientiere er sich am Lehrplan. Jedoch verfolge er ihn nicht „von A bis Z“, wie er sagt. Ob seine SchülerInnen die heilige Messe besuchen, überlasse er ihnen. Druck übt er auf sie keinen aus. „Ich mache meinen SchülerInnen im Unterricht nur ein Angebot und sage ihnen, dass die Pfarre eine wunderbare Gemeinschaft ist.“
Junge Menschen für Gott begeistern – genau das wollte Christoph Astl, als er sich für diesen Beruf entschied. Und das könne er am besten als Religionslehrer. «

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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