FEDER_SPIEL
Keine Fremdbestimmung
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Da saßen sie in der guten Stube: Vater, Mutter und ein paar Kinder. Es war ein aufregender Augenblick, als der Elektriker den Strom im Haus freischaltete und die Glühbirne über dem Jogltisch zum ersten Mal aufleuchtete. Die Elektrifizierung mancher Bauernhäuser liegt nur wenige Jahrzehnte zurück. Auffällig bei dem Schwarz-Weiß-Foto: Nicht nur die Mutter trägt ein Kopftuch nach bäuerlicher Art, auch die Mädchen verschiedenen Alters sind solcherart gekleidet. Sie ahnen, welche Assoziationen das Bild auslöst, da das „Kopftuchverbot“ im Dezember verabschiedet werden soll. Es geht aber ausdrücklich um das Kopftuch, „welches das Haar nach islamischen Traditionen verhüllt“. Ziel sei „die Stärkung der Selbstbestimmung unmündiger Mädchen“ und das Verhindern von „geschlechtsbezogener Symbolzuweisung mit negativen Folgen für die Entwicklungsfreiheit“. Dass Selbstbestimmung ausgerechnet durch ein Verbot gefördert werden soll, ist pädagogisch rätselhaft. Aber selbst wenn ein Kopftuch tatsächlich der Inbegriff von Unterdrückung wäre, gilt, was eine 18-Jährige dazu bemerkte: „Die Diskriminierung ist nicht zu Ende, nur weil man sie nicht mehr am Kopf sieht“.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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