Erinnerungen an Erich Leitenberger
Journalist, Diplomat, Christ

Ingeborg Schödl
  • Ingeborg Schödl
  • Foto: Kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
  • hochgeladen von Gerald Gossmann

von Ingeborg Schödl

Es gibt Menschen, mit denen man zwar nicht in ständigem Kontakt ist, die aber trotzdem zu wichtigen Wegbegleitern im Leben werden. Dies trifft auf meine Beziehung zu Erich Leitenberger zu. Wenn wir auch nicht ständig miteinander telefoniert oder uns getroffen haben – er war da, wenn ich einen Rat brauchte. Er hörte mir zu, wenn ich mit einem Ereignis – vor allem in der Kirche – nicht ganz einverstanden war. Erich erklärte, informierte über Hintergründe und zeigte oft eine andere Sichtweise auf. Er war ein sehr diplomatischer Mensch, was mich manchmal auf die Palme brachte, weil ich meist zu rasch reagiere. Aber Diplomatie war eine wichtige Voraussetzung für seinen Beruf als Pressesprecher der Erzdiözese Wien und auch als Chef der katholischen Nachrichtenagentur. Nicht nur die Diözese, sondern die Kirche von Österreich hat ihm viel zu verdanken. So manche Krise, so manches Problem wurden durch seine ruhige und überlegte Art nicht noch unnötig aufgeschaukelt. Die Formulierungen, der Stil seiner Presseaussendungen stehen für einen Journalismus, der leider heute unterzugehen droht. Auf seine Meldungen konnte man sich verlassen. Erich Leitenberger war Journalist mit Leib und Seele.
Er war ein überaus gebildeter Mensch. Es gab kaum einen Bereich, über den man mit ihm nicht diskutieren konnte. Vor allem über Literatur besaß er ein immenses Wissen. Er war auch ein sehr geselliger Mensch. Er traf sich gerne mit Freunden, genoss die Gespräche und auch ganz besonders die kulinarische Umrahmung. Eine Sperrstunde kannte er nicht.
Trotz aller unzähligen Kontakte war Erich Leitenberger ein zutiefst einsamer Mensch, vor allem nach dem Tod seiner geliebten Mutter. An seine innerste Gefühlswelt ließ er niemanden heran. Man konnte seine Nöte nur erahnen.
Ich hoffe, er findet nun den Frieden, den er im Leben doch nie gefunden hat. Sein „Hallo, wie geht’s“ werde ich vermissen.

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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