DENK_MAL
Gedanken bei der Gartenarbeit
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Zum Frühlingsbeginn startet auch die Gartenarbeit: Die Beete werden vorbereitet, Blumen gesetzt, gedüngt, geharkt und was sonst noch alles. – Während meiner Spaziergänge durch das Wohnviertel beobachte ich zu dieser Zeit meine Nachbarn und versuche, mir einige Tricks abzuschauen, denn Gott hat mir zwar die Freude an der Natur, aber keinen grünen Daumen gegeben. Bei einem solchen Erkundungsausflug kam ich an einem Garten vorbei, in dem ein mächtiger Baum gefällt wurde. Auf meine Nachfrage erklärte man mir, dass der Baum von innen verfault war und deshalb umgeschnitten werden musste, obwohl er, von außen betrachtet, gesund und kräftig wirkte. – Dieses Bild gab mir zu denken, und ich fühlte mich unangenehm an die Kirche erinnert, in der ich ebenfalls arbeite: Nach außen ist alles prächtig, funkelt und besticht durch Rituale; man geht mit stolzer Brust zur Kommunion, und feiert Hochzeiten und Taufen wie Volksfeste. Aber der Glaube ist häufig verkümmert, und der Willen zum Bekenntnis kaum vorhanden. – Kurz: Mir scheint, die Kirche ist faul von innen, und wenn wir es nicht schaffen, den Glauben – den Wesenskern – lebendig zu halten, bevor wir uns über die Wahrnehmung nach außen kümmern, ist ihr Zerfall garantiert.
Martin Kolozs
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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