ÜBER_BLICK
Vatikan: Frauenfrage als „Zeichen der Zeit“

Silvia Aichmayr, Betriebsseelsorgerin der Voestalpine Linz, feiert Wort-Gottesdienst. | Foto: Diözese Linz / Frauenkommission / Franz Litzlbauer
  • Silvia Aichmayr, Betriebsseelsorgerin der Voestalpine Linz, feiert Wort-Gottesdienst.
  • Foto: Diözese Linz / Frauenkommission / Franz Litzlbauer
  • hochgeladen von martinus Redaktion

Der Vatikan hat eine Studie veröffentlicht, die die Klärung der Frauenfrage in der katholischen Kirche als dringend bezeichnet.

Die während der Weltsynode (2023/2024) von Papst Franziskus in Auftrag gegebene Untersuchung zeigt, dass viele Frauen ein Unbehagen über ihre geringe Teilhabe am Gemeindeleben empfinden – auch im Vergleich zu ihren Möglichkeiten im gesellschaftlichen Leben. Wörtlich heißt es: „Eine wachsende Zahl von Frauen jeder Altersgruppe und in unterschiedlichen Teilen der Welt fühlen sich im Haus des Herrn nicht mehr zuhause – bis hin zu dem Punkt, dass sie es vollständig verlassen.“ Die Studiengruppe bezeichnet die Frauenfrage als „Zeichen der Zeit“ und fordert einen Mentalitätswandel in der Kirche. Zugleich wird betont, dass Frauen auch ohne Weiheamt Führungsaufgaben übernehmen können, wie aktuelle Ernennungen im Vatikan zeigten.

ANERKENNUNG FÜR FRAUEN
Positiv reagierte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (KFB), Angelika Ritter-Grepl: „Die lange erwartete Untersuchung bringt Transparenz zur gegenwärtigen Situation der Frauen in der Kirche, ist Anerkennung für das Wirken der Frauen und Auftrag für die Zukunft.“ Die Studie verweise auf die wechselseitige Bereicherung von Frauen und Männern in der Kirche ohne stereotype Eigenschaftszuordnungen.

Auch die Erzbischöfe Lackner und Grünwidl begrüßen das Dokument. Lackner sprach von einem „ernst zu nehmenden Aufbruch“, Grünwidl erinnerte an das Verhalten Jesu: „Frauen waren in seinem Gefolge, eine öffentlich bekannte Sünderin durfte ihn berühren und nicht ein Apostel, sondern Maria von Magdala, eine Frau, war die erste Zeugin der Auferstehung.“ Und er fügte wörtlich hinzu: „Ich vertraue darauf: Unsere Kirche wird jesuanischer und evangeliumsgemäßer, wenn wir synodal – gemeinsam auf dem Weg – sind, mehr auf die Stimmen der Frauen hören und sie in Entscheidungsprozesse einbeziehen.“

„FÜNF NACH ZWÖLF“
„Einmal mehr können wir wahrnehmen, dass in der Frauenfrage Mut und Geduld gleichzeitig erwartet werden“, sagte Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Dabei sei es in der Frauenfrage „fünf nach zwölf“. Die österreichischen und deutschen Reformgruppen von „Wir sind Kirche“ begrüßten das Dokument vorsichtig positiv.

ANDREA MAYER-EDOLOEYI

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ