Sr. Eveline Bettstein (58), Religionslehrerin an der HTL Eisenstadt
Seelsorgerin und Lehrerin

Sr. Eveline Bettstein ist nicht nur Religionslehrerin sondern auch Naturwissenschaftlerin: „Glauben und Wissensvermittlung gehören für mich eng zusammen.“
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Für Sr. Eveline Bettstein soll Kirche nahe bei den Menschen sein. Der Religionsunterricht bietet eine gute Gelegenheit dazu.

„Ich bin als Religionslehrerin eine Spätberufene“, sagt Eveline Bettstein, die an der HTL Eisenstadt tätig ist. Für sie ging ein Lebens-traum in Erfüllung, als sie vor über fünf Jahren mit dem Unterrichten begann.
Bereits als Jugendliche war die heute 58-Jährige eine Suchende. Eine Schulfreundin nahm die gebürtige Linzerin in eine Pfarre mit und weckte ihr Interesse an Religion. Auch ihr Religionslehrer prägte sie. Nach der Matura zog Eveline Bettstein nach Wien und absolvierte ein Kolleg für technische Chemie in der Rosensteingasse. Doch: Die Liebe zu Gott ließ sie nicht mehr los. Im Jahr 1982 trat sie in die Ordensgemeinschaft „Schwestern der Jüngersuche“ ein und wirkte in der Jugendpastoral. Schulerfahrung sammelte sie danach als Internatsleiterin und Seelsorgerin im Sacré Coeur in Pressbaum bei Wien, wo sie 15 Jahre wirkte, bevor sie nach Eisenstadt kam.

Viel Kreativität. Wie begeistert sie Heranwachsende für das Fach und Glaubensthemen? Das gelinge ihr nicht immer, gibt sie zu. Ihr Anspruch sei es, viel Wissen im Unterricht weiterzugeben – sei es über die Bibel, über Jesus oder die Sakramente. Die SchülerInnen sollen wichtige Zusammenhänge verstehen und argumentieren lernen.
Sr. Eveline Bettstein versucht ihnen neue Wege aufzuzeigen und Interesse an religiösen Themen zu wecken. „Ich bin für meine SchülerInnen wie eine Türöffnerin zum Glauben.“
Auch bringe sie den Jugendlichen den biblischen Schöpfungsglauben und die Evolutionstheorie näher. In der neunten und zehnten Stunde müsse sie jedoch immer sehr kreativ sein, erzählt die Naturwissenschaftlerin. Viel hänge davon ab, wie die SchülerInnen am späten Nachmittag „drauf sind“. Ausflüge wie in den Eisenstädter Dom seien daher eine willkommene Abwechslung und bereichern den Schulalltag.

Bodenständig. „Kirche soll an der Basis wirken und auch die Sprache der Menschen sprechen“, findet Sr. Eveline Bettstein. Das sei für sie vor allem in einer Schule möglich. „Wenn sie mich hier nicht verstehen, mache ich etwas falsch.“

Lebensweisheiten für die Corona-Quarantäne. Oft ergeben sich im Lehrerzimmer angeregte Diskussionen mit KollegInnen zu Glaubensfragen. „In der HTL Eisenstadt sehe ich mich vor allem als Seelsorgerin.“ Heute unterrichtet sie hier zwei Klassen. Zusätzlich arbeitet sie in der Dompfarre Eisenstadt und baut die Beratungsstelle „Gesprächsinsel“ auf. Dazu engagiert sie sich in der Berufungspastoral der Diözese. Sr. Eveline Bettstein möchte ein lebendiges Glaubenszeugnis geben. „Jesus Christus gibt mir ein gutes Fundament für mein Leben.“ Sei diszipliniert, mache Sport, nutze die Zeit – mit diesen Thesen des deutschen Theologen Johannes Hartl hat die Lehrerin ihre SchülerInnen in der „schulfreien Zeit“ häufig konfrontiert. Die Reaktionen auf diese „Lebens-Weisheiten“ waren sehr positiv, freut sich die Ordensschwester. Vor allem ruhige Schüler machten begeistert mit. Seit Pfingsten wird an der HTL wieder normal unterrichtet, erzählt die Religionslehrerin, die sich auf das Wiedersehen sehr gefreut hat.

Persönlicher Kontakt. Für sie sei der Lehrberuf vor allem interaktiv und persönlich. Chatplattformen wie Skype oder Zoom können diesen nicht ersetzen, ist Sr. Eveline Bettstein überzeugt. „Wie jede Lehrerin und jeder Lehrer lebe auch ich vom persönlichen Kontakt zu den SchülerInnen.“

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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