Neuer Superintendent Robert Jonischkeit im Interview
„Gemeinsame Eucharistie wäre ein Meilenstein

Offizielle Vorstellung: Zsifkovics, Jonischkeit, Koch.
  • Offizielle Vorstellung: Zsifkovics, Jonischkeit, Koch.
  • Foto: Miroslav Mochnac
  • hochgeladen von Redaktion martinus

Der Kufsteiner Pfarrer Robert Jonischkeit trat vergangene Woche sein Amt als Superintendent der Evangelischen Diözese Burgenland an. Gemeinsam mit seinem Vorgänger Manfred Koch war er bei Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics zur offiziellen Vorstellung geladen.

Mit Jonischkeit sei die Wahl auf einen erfahrenen und engagierten Theologen gefallen, betonte Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics. „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit der Konfessionen, an deren Entwicklung in den vergangenen Jahren schon intensiv gearbeitet worden ist“, betont Zsifkovics in Hinblick auf die Fortsetzung des erfolgreichen Weges der Ökumene im Burgenland. Dem langjährigen Superintendenten Manfred Koch dankte Zsifkovics für die freundschaftliche und vertrauensvolle ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche im Burgenland in den vergangenen 18 Jahren.Getragen. „Das Gefühl der Verantwortung für so viele Pfarrgemeinden in einem ganzen Bundesland“ mache „demütig“, betont Jonischkeit gegenüber dem Medienbüro der Diözese Eisenstadt. Er fühle sich getragen von vielen haupt- und ehrenamtlich tätigen MitarbeiterInnen. „Ohne die könnte ich meine Arbeit gar nicht machen.“ Eine Vision anlässlich seiner Vorstellung bei der Wahlveranstaltung lautete: „Gemeinsam statt einsam.“ Nun wisse er, so Jonischkeit, „dass es gar nicht anders möglich ist, wenn man seine Ziele erreichen will. Es ist das Zusammenspiel vieler Menschen, die in den Gemeinden Verantwortung tragen, das eine gelingende Zukunft von Kirche und Gesellschaft verspricht.“

Ökumenische Offenheit. Robert Jonischkeit habe breite Erfahrungen als langjähriger Gemeindepfarrer, bringe sie aber auch aus gesamtkirchlichen Gremien mit, unterstrich Michael Chalupka, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Der Kufsteiner Pfarrer sorge für eine „bereichernde Perspektive aus anderem Blickwinkel“ und zeichne sich durch große ökumenische Offenheit und Engagement im interreligiösen Dialog aus, so Chalupka. In diese Kerbe schlägt auch Jonischkeit selbst: Eine „gelebte und echte Ökumene“ sei ihm, ähnlich wie Vorgänger Manfred Koch, sehr wichtig. Aus diesem Grund habe er sein Doktoratsstudium auch in römisch-katholischer Theologie abgeschlossen. „Ökumenische Gottesdienste und Segnungsfeiern waren daher immer Teil meines Alltags als Gemeindepfarrer“, so Jonischkeit. „Sogenannte ökumenische Trauungen mit wechselseitiger Assistenz, ökumenische Gottesdienste und Segnungsfeiern“ gehören für ihn „zum gelebten Miteinander“. Superintendent Manfred Koch habe diese Tradition ökumenischer Beziehungen „nicht nur gepflegt, sie war ihm ein Herzensanliegen“. Jonischkeit weiter: „Ich möchte diese gute und bewährte Tradition fortsetzen“.Eine schmerzende Wunde bleibe ihm aber: „Dass es nicht möglich ist, dass Christen aller Konfessionen sich zum Herrenmahl um einen Tisch versammeln. Die gemeinsame Eucharistie wäre für mich der nächste Meilenstein, den es zu erreichen gilt. Vereint in der Taufe und im Glauben, aber getrennt am Tisch des Herrn, ist kein Dauerzustand. Realistisch gesehen werde ich nicht viel zu einer Änderung der kirchenrechtlichen Bestimmungen beitragen können, aber wünschen darf man sich ja alles und die Gedanken sind frei“, so der neue Superintendent.

Jonischkeit sei ein „erfahrener und gut ausgebildeter Pfarrer, der sicher hier im Burgenland neue Wege gehen“ werde und mit dem „eine gute Weiterarbeit möglich ist“, „ich wünsche ihm für seine Arbeit alles Gute und Gottes Segen“, so der scheidende Superinendent Manfred Koch.Seine Schwerpunkte benennt Jonischkeit im Gespräch mit dem Medienbüro der Diözese klar und deutlich: Künftig wolle er, „die persönliche Gemeinschaft im gottesdienstlichen und gemeindlichen Leben wieder herstellen, so weit es das Pandemiegeschehen zulässt“. Darüber hinaus sei es ihm ein Anliegen, „neben den traditionellen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern der Kerngemeinde auch die Kirchenfernen, die Zweifler und Kritiker der Kirche anzusprechen. Ein kritischer Dialog bringt oft mehr Früchte als ein liebenswürdiges, aber inhaltsleeres Konsensgespräch“. Zudem, so Jonischkeit, „fürchte ich auch keine Auseinandersetzungen und Diskussionen, wenn man seinem Gegenüber in Liebe und Achtung begegnet.

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Redaktion martinus aus Burgenland | martinus

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