Frieden geben – Demokratie stärken
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„Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“ (Willy Brandt) – ein Beitrag von BIRGIT PROCHAZKA (Pastorale Dienste).
Der Friede schien in den letzten Jahrzehnten in vielen Teilen Europas schon zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Dies änderte sich mit dem Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine vor mittlerweile drei Jahren vehement. Seitdem ist Frieden (wieder) fragil geworden und friedensethische Diskussionen nahmen zu.
Das Team der Pastoralen Dienste organisierte am 6. Februar den Theologischen Tag mit dem Titel „Für den Frieden kämpfen: Gewaltfreiheit in Zeiten des Krieges“. Der Referent Univ. Prof. Dr. Wolfgang Palaver, einer der führenden Experten für die Erforschung des Zusammenhangs von Gewalt und Religion und seit 2019 Präsident von Pax Christi, führte durch den Tag.
In der Zeitschrift pax 4/2024 bezog sich Palaver auf den kürzlich selig gesprochenen katholischen Märtyrer und Pazifisten Max Josef Metzger, der 1944 von den Nazis hingerichtet wurde: „Wir müssen endlich beginnen, einen gerechten Frieden zu organisieren“ (https://www.paxchristi.at). Gerechter Friede war auch Thema beim Theologischen Tag im Haus der Begegnung, an dem 35 Personen teilnahmen und sich rege zu Wort meldeten. Ein zentraler Aspekt des gerechten Friedens ist soziale Gerechtigkeit, die die gerechte Verteilung von Ressourcen, Chancen und Rechten beinhaltet, um Ungleichheiten zu verringern.
ROLLE DER KIRCHE
Der Kirche kommt bei der Förderung der sozialen Gerechtigkeit eine bedeutende Rolle zu, indem sie sich für die Rechte der Schwächsten einsetzt und solidarisch mit den Benachteiligten handelt. „Pfarren können faszinierende Orte eines ‚mehr an Frieden‘ sein.“ – Wolfgang Palaver.
FRIEDE UND SPIRITUELLE QUELLEN
Weiters wurden Gedanken und spirituelle Quellen von Friedensdenkern wie Nelson Mandela, Mahatma Gandhi, Dietrich Bonhoeffer und Papst Franziskus als Ausgangspunkt friedensethischer Überlegungen angesprochen. Mahatma Gandhi und Nelson Mandela, deren Konzepte der Gewaltfreiheit Palaver in seinem 2024 erschienenen Buch „Für den Frieden kämpfen. In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen“ aufgriff, hielten aktiven Widerstand für wichtig, ohne jedoch eine Spirale der Gewalt in Gang zu setzen.
AKTIVE GEWALTFREIHEIT UND VERGEBUNG
Für Gandhi verkörperte Jesus aktive Gewaltfreiheit, die weder passives Hinnehmen noch Gegengewalt bedeutet, sondern kämpferische Gewaltfreiheit, die sich nicht entwürdigen lässt – so eine präzisere Übersetzung der Bibelstelle Mt 5,39 von Walter Wink. Nelson Mandela war zutiefst überzeugt, dass Menschen zum Guten und damit zum Frieden fähig sind. Diese Haltung ermöglicht Vergebung. 1969 sagte er: „Hoffnung ist eine machtvolle Waffe. Keine Macht der Erde kann dir diese rauben.“ Hoffnung gibt Kraft für den nächsten Schritt. Und diese Kraft brauchen wir dringend.
AKTIVE TUGEND DES FRIEDENS
In einer Welt, die oft von Konflikten und Unruhen heimgesucht wird, ist das Streben nach Frieden eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: „Der Friede ist eine ‚aktive Tugend‘, die den Einsatz und die Mitarbeit jedes einzelnen Menschen und der gesamten Gesellschaft als Ganzer erfordert.“ – Papst Franziskus
LITERATUR
Für den Frieden kämpfen. In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen, Wolfgang Palaver, Tyrolia Verlag, 2024
Gerechter Friede. Die deutschen Bischöfe Nr. 66, 20.9.2000 – als PDF zum Download: www.dbk-shop.de
„Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.“
MARIE VON EBNER-ESCHENBACH
DEM FRIEDEN EINE STIMME GEBEN
Frieden gedeiht dort, wo Mitgefühl und Verständnis Vorurteile vertreiben, wo Menschen ihre Hände ausstrecken, um Brücken statt Mauern zu bauen. Frieden ist das zarte Band, das uns alle verbindet, unabhängig von Herkunft, Glaube oder Überzeugung. Frieden und Demokratie sind nicht selbstverständlich – sie müssen verteidigt, gepflegt und gelebt werden.
In der Veranstaltungsreihe „Frieden geben – Demokratie stärken“ im Rahmen politischer Erwachsenenbildung möchten wir dem Frieden eine Stimme verleihen und seine sanften Töne in den oft (zu) lauten Alltag bringen.
Jede Begegnung, jedes Gespräch und jede gemeinsame Erfahrung nährt die Hoffnung in uns.
NEUN VERANSTALTUNGEN
In neun Veranstaltungen beschäftigen wir uns auf unterschiedliche Weise mit den Themen Frieden und Demokratie, die eng miteinander zusammenhängen. Wir möchten damit motivieren, negativen Stimmungen und Haltungen einen Kontrapunkt zu setzen, indem wir ein wohlwollendes Klima schaffen und Frieden in den Mittelpunkt rücken, zugleich auch einen kritischen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart werfen.
Dabei möchten wir Frieden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten: sei es aus historischer, gesellschaftspolitischer, spiritueller oder persönlicher Sicht.
Wir freuen uns darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Lassen Sie uns gemeinsam den Weg zu einer stärkeren, friedlicheren und demokratischeren Gesellschaft beschreiten, denn „Friede ist keine abstrakte Idee, … sondern beschreibt das Verhältnis zwischen uns Menschen und auch zwischen uns und der Natur an konkreten Orten in der jeweiligen Zeit.“ (Wolfgang Palaver, 2024, S. 24)
Die Veranstaltungsreihe wird von der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung gefördert!
Details und Anmeldung: www.martinus.at/frieden
MAG.A BIRGIT PROCHAZKA, MA, LEITERIN DES FORUM KATHOLISCHE ERWACHSENEN-BILDUNG DER PASTORALEN DIENSTE, U.A. ZUSTÄNDIG FÜR POLITISCHE BILDUNG
Sa. 15. 3. | 10 Uhr Friedensburg Schlaining Frieden auf Erden & Dunkle Zeiten Führungen in der Friedensburg Schlaining Begleitung: Lisa T. Wolf, Birgit Prochazka. Anmeldung bis 28. 2. erforderlich.
Mi. 19. 3. | 18:30 Uhr Stadtbücherei Oberpullendorf Ewiger Frieden? Kant und Europas Gegenwart und Zukunft eine philosophische Reflexion Referentin: Dr.in Cornelia Mooslechner-Brüll
Fr. 28. 3. | 11 Uhr 1090 Wien Viktor Frankl und der Frieden Sonderführung im Viktor Frankl Museum, anschl. Museumsbesuch möglich. Anmeldung bis 28. 2. erforderlich.
Fr. 4. 4. | 19 Uhr Haus der Begegnung Eisenstadt „Wenn sich zwei streiten, freuen sich viele Dritte“ Geschichten aus dem gelobten Land Lesung mit Musik Lesung: Gerhard Blaboll, Musik: Andrea Schlor und Saski Fanta
Mo. 7. 4. | 19 Uhr Haus der Begegnung Eisenstadt Das Massengrab im Mittelmeer Erfahrungsberichte aus der zivilen Seenotrettung an der europäischen Außengrenze Kurzfilm und Gespräch mit Jakob Frühmann
Do. 10. 4. | 18:30 Uhr Pfarrkirche Lackenbach Politisches Nachtgebet Zeugnis der Menschlichkeit Mit Harri Stojka, Siegmund Kleinl u. a.
Sa. 17. 5. | 14 Uhr Von Loipersbach nach Schattendorf Trotzdem:Hoffen im Dialog über Grenzen pilgern Von Loipersbach über Agfalva (HU) am Grüne Band Weg nach Schattendorf
Sa. 14. 6. | 18 Uhr Europahaus Eisenstadt Wir geben Frieden – Gartenfest im Friedensgarten Friedenslieder, Friedenstexte, Friedensmenschen & mehr
(Termin und Ort folgen) Die Sprache(n) des Friedens über Frieden schreiben Mit der Autorin Margret Kreidl www.martinus.at/erwachsenenbildung
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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