EIN_BLICK
Der Heilige Stuhl ist leer

Wichtigste Aufgabe von Kardinaldekan Giovanni Battista Re ist, in der Zeit ohne Papst das „Interims-Kabinett“ der Kirche zu führen.
 | Foto: Paul Haring/KNA
  • Wichtigste Aufgabe von Kardinaldekan Giovanni Battista Re ist, in der Zeit ohne Papst das „Interims-Kabinett“ der Kirche zu führen.
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Seit dem Tod von Papst Franziskus am 21. April ist der Apostolische Stuhl vakant. Die Zeit der Sedisvakanz ist durch klare Normen geregelt.

Mit dem Ableben eines Papstes und dem Beginn der sogenannten Sedisvakanz verlieren alle Leiter von vatikanischen Kurienbehörden ihre Ämter: der Kardinalstaatssekretär ebenso wie die Leiter aller Dikasterien. Nur wenige Leitungsämter, etwa der Camerlengo (Kämmerer) der Kirche, der für das Buß- und Ablasswesen zuständige Großpönitentiar, der Kardinalvikar für Rom oder der Generalrevisor des Heiligen Stuhls bleiben in ihren Funktionen. Grundsätzlich soll in der Zeit der Sedisvakanz der Status quo erhalten bleiben. Falls neue Normen erlassen werden, behalten sie lediglich bis zur Wahl eines neuen Papstes ihre Gültigkeit.

GEMEINSAME TRAUER

Die Kardinäle der Weltkirche müssen sich nach Rom begeben. Der Kardinaldekan – seit 2020 Giovanni Battista Re – steht der Trauermesse, die rund eine Woche nach dem Tod des Papstes stattfindet, auf dem Petersplatz vor. Anschließend wird der Sarg zum Bestattungsort begleitet, versiegelt und in das vorgesehene Grab gelegt. Papst Franziskus hat verfügt, in seiner römischen Lieblingsbasilika Santa Maria Maggiore beigesetzt zu werden, nicht in der Papstgruft unter dem Petersdom. Danach beginnen die „Novemdiales“. In dieser neuntägigen Trauerzeit werden Messen für den verstorbenen Papst gefeiert.

VOR DEM KONKLAVE: DAS VORKONKLAVE

In dieser Phase trifft sich das gesamte Kardinalskollegium immer wieder zu Versammlungen, bei denen alle anfallenden Amtsgeschäfte der Kirche behandelt werden müssen; wichtige Entscheidungen sind jedoch dem neuen Papst vorzubehalten. Dieses „Vorkonklave“ bereitet auch die Papstwahl vor. An den Kongregationssitzungen können auch die über 80-jährigen Kardinäle teilnehmen, die bei der Wahl selbst nicht mehr dabei sind, wie etwa Kardinal Christoph Schönborn. Zwischen dem 15. und 20. Tag nach Beginn der Sedisvakanz muss das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnen. Möglich ist ein früherer Beginn, sobald alle (derzeit 135) wahlberechtigten Kardinäle in Rom versammelt sind. Da Kardinaldekan Giovanni Battista Re mit 91 Jahren nicht mehr ins Konklave einzieht und auch der dienstälteste Kardinalbischof Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze überschritten hat, wird Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (70) das Konklave leiten.

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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