IM_LAND
Vom Bauch auf die Bühne

Helena Wind

Helena Wind (14) spielt seit vielen Jahren bei den Passionsspielen in St. Margarethen mit. Was sie bewegt, wie sie in ihrer Rolle aufgeht und weshalb sie kein Lampenfieber hat, erzählt sie in einem Gespräch, das CHRISTOPHER ERBEN aufgezeichnet hat.

„Bereits im Jahr 2011 habe ich bei den Passionsspielen mitgewirkt“, strahlt Helena Wind. „Damals noch im Bauch meiner Mutter.“ Im kommenden Frühjahr wird die heute 14-Jährige dort das vierte Mal auf der Bühne im Steinbruch stehen – als eine von 300 Mitwirkenden. Nicht nur bei den Spielen – auch in der örtlichen Pfarre engagiert sich die Jugendliche, die derzeit die erste Klasse der HAK in Eisenstadt besucht..

Helena Wind: Es wissen momentan nur wenige meiner Freundinnen, dass ich bei den nächsten Passionsspielen wieder mitwirken werde. Als ich ihnen davon unlängst erzählt habe, waren sie sofort begeistert und gratulierten mir. Ja, sie finden es sehr mutig und cool, dass ich in meinem jungen Alter dort eine Sprechrolle übernehmen darf. Das ist in ihren Augen etwas ganz Besonderes. Deswegen lade ich sie auch zur Premiere am 23. Mai 2026 ein, damit ich sie von meinem Talent überzeugen kann.

Als überzeugte Christin möchte ich das Leben Jesu so realistisch wie möglich darstellen und die einzigartige Botschaft Jesu anderen vermitteln. Das sehe ich als eine meiner Aufgaben als Darstellerin – und auch als eine Herausforderung, die von mir sehr viel Einfühlungsvermögen abverlangt. Denn die Besucher:innen sollen meine Begeisterung spüren und mitnehmen. Am meisten fühle ich beim Kreuzweg mit. Diese Szene bewegt mich seit jeher.

Aber nicht nur in dieser – auch in den anderen lebe ich immer voll mit – so etwa in jener mit Pilatus, in der das Volk gegen Jesus stimmt. Bis 12. Juli trete ich im Stück aber nicht nur als Magd, sondern auch im Volk auf. Bei der Hochzeit zu Kana übernehme ich zudem die Rolle der Braut. Aufgeregt bin ich schon, wenn ich heute an die erste Vorstellung im Mai denke. Keine Frage. Begonnen haben wir daher mit den Proben in der letzten Septemberwoche. Wie oft sie bis zur Premiere stattfinden werden, steht noch nicht fest – mindestens aber einmal pro Woche. Jedes Mal gehen wir dabei mit dem Regisseur die einzelnen Szenen nacheinander durch; mehrere Stunden brauchen wir dafür.

Um eine gemeinsame Basis zu entwickeln, ist eine Abstimmung mehr denn je notwendig. Aber nicht nur ich – auch meine Brüder sowie viele Dorfbewohner sind dabei, was unsere Gemeinschaft stärkt.

Lampenfieber habe ich aber keines, weil ich nicht viel Text habe, den ich vergessen könnte. Sollte das aber der Fall sein, unterstützen wir uns im Ensemble gegenseitig. Apropos Ensemble: Wir alle arbeiten ehrenamtlich bei den Passionsspielen. Nach der letzten Aufführung bekommen wir eine bestimmte Summe, die wir für Menschen in Not spenden. Nein, es werden bestimmt nicht meine letzten Passionsspiele in St. Margarethen sein. Das steht für mich fest. So wie meine Familie in mir den Funken dafür entzündet hat, möchte ich ihn auch weitergeben – nicht nur an die vielen Passionspiel-Besucher:innen, sondern vielleicht auch an meine künftigen Kinder.

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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