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Würde in Zivil
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Dass Papst Franziskus auch rekonvaleszent den Kontakt zur Öffentlichkeit (besser gesagt: zu Menschen) sucht, überrascht mittlerweile nicht mehr. Man hat sich an die Überraschungen schnell gewöhnt. Unerwartet sind manche Erscheinungen trotzdem. Zum Beispiel, als der Papst nach dem Mittagsspaziergang am 10. April nicht zurück in die Wohnung wollte, sondern sich zum Beten (und zum Begrüßen) in den Petersdom bringen ließ. So etwas hatte man lange nicht gesehen: einen Papst in Hose und Hemd, zum Schutz vor dem Luftzug in eine Decke gehüllt. In Sozialen Medien erregte das nicht nur Begeisterung, sondern auch Empörung. Die Frage ist alt: Wie privat darf sich eine Amtsperson zeigen? Die wichtige Erkenntnis: Auch Amtsträger sind Menschen. Das zu leugnen, ist gefährlich. Das zu leugnen, erzeugt eine Fassade, hinter der (nicht nur kirchliche) Amtsträger vereinsamen, hinter der aber auch menschliche Züge, Fehler und Schwächen verschwinden müssen. Papst Franziskus ist mutig. Die Handyvideos von diesem Ausflug zeigen einen bedürftigen, rührenden Mann, der sich freut, erkannt und angesprochen zu werden. Dass er Mensch ist, kratzt nicht an seiner Würde. Im Gegenteil.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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