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Was nicht unrein macht
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15, 23, 24, 52 Jahre: Die vier Personen, die am Wochenende heilig- und seliggesprochen wurden, sind alle jung verstorben. Manche Aspekte ihrer Lebensgeschichten kann man leichter als heilig im Sinne von heilend begreifen, andere weniger, aber es müssen ja nicht alle Heiligen für alle Menschen zugänglich sein. Drei Männer waren darunter, eine Frau: Mária Magdolna Bódi. Sie war, wie ihr Lebenslauf nahelegt, eine tatkräftige Frau, die erkannte, wo Hilfe gebraucht wurde, und danach handelte. Das wäre ein ausreichender Grund für eine Seligsprechung, sollte man meinen. Doch sie wird als „Märtyrin der Reinheit“ bezeichnet, weil sie von einem Sowjetsoldaten erschossen wurde, nachdem sie sich gegen eine Vergewaltigung gewehrt hatte. Da liegt ein Missverständnis vor. Dass sie sich erfolgreich gewehrt hat, ist eine starke, bewundernswerte Tat! Aber: Vergewaltigungsopfer sind moralisch gesehen nicht unreiner, auch wenn es eine Sauerei ist. Eine Vergewaltigung macht den Täter „unrein“, nicht das Opfer! Dass dieses Missverständnis als Grund für eine Seligsprechung genannt wird, ist beschämend. Genauso beschämend, dass sie nicht Ordensfrau werden durfte, weil ihre Eltern nicht verheiratet waren.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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