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Vollendung finden?
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Der renommierte Vatikan-Journalist Marco Politi nannte sein viertes Buch über Papst Franziskus „Der Unvollendete“. Es stellt aufschlussreich dar, welche Widerstände den Papst daran hinderten, noch mehr von dem umzusetzen, was er sich vorgenommen hatte. Der Buchtitel fand als geflügeltes Wort Eingang in viele Expertisen, Einschätzungen, Reflexionen und Kommentare rund um den Tod des Papstes. Es unterstrich, dass Franziskus noch viel mehr Neuerungen in der Kirche umsetzen hätte können und müssen, sich selbst jedoch dabei im Weg stand. Je öfter das Attribut „unvollendet“ für das Pontifikat Franziskusʼ wiederholt wird, umso leerer klingt es. Man fragt sich: Ja, was denn sonst?! Wer von einem Papst die Vollendung erwartet, muss enttäuscht werden. Wie hätte es ausgesehen, wenn Franziskus alle seine Vorhaben und alle Wünsche aller Gläubigen in nur zwölf Jahren vollenden hätte wollen? Ist ein Papst, der ruckzuck Kurienkardinäle entmachtet, im Kirchenrecht durchgreift, seine Agenda „Make the Church Great Again“ kompromisslos durchsetzt und damit endlich für alle Reformen sorgt, die überfällig wären, wirklich das, was die katholische Kirche braucht? Nein. Gott bewahre uns vor einem „vollendeten“ Pontifikat.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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