DENK_MAL - Hermine Schreiberhuber
Neutralität – ja oder nein?
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Angesichts der weltpolitischen Umwälzungen wurde unsere Neutralität zum Thema. Politiker halten sich zurück, Militärs äußern Zweifel. Die Neutralität der Nachkriegszeit sei ein Auslaufmodell, so ein Experte. Es gebe viele Arten der Neutralität, verknüpft mit Religion, Wirtschaft, Militär. Die EU hat ein neues Verteidigungspaket auf der Basis enger eigenständiger Rüstungskooperation der EU-Partner erstellt. In Brüssel sprachen sich Vertreter unserer Dreierkoalition einhellig für stärkeres Engagement aus – auf Basis der Neutralität. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und angesichts der Abwendung der USA muss sich Europa neu orientieren. Russlands Überfall war ein Signal. Bis dahin bündnisfreie Staaten Nordeuropas schlossen sich über Nacht der NATO an. Das neutrale Österreich war lange als Tribüne für internationale Spitzentreffen gefragt. Der EU-Beitritt gelang ohne Verzicht auf die Neutralität. Doch Neutralität darf nicht heißen, sich vor Entscheidungen zu drücken. Gegen politisches Unrecht müssen wir Flagge zeigen. Auch im Privatleben mag oft eine neutrale Haltung angebracht sein, aus Vernunftgründen. Doch wenn es drauf ankommt, müssen wir Farbe bekennen. Moral und Religion erfordern ehrliche Meinungsäußerung. Neutral sein darf nicht heißen feige sein.
Hermine Schreiberhuber
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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