FEDER_SPIEL
Kulturkatastrophe
- hochgeladen von martinus Redaktion
Die Bilder lassen an eine Hochwasserkatastrophe denken: Zerstörte Autos auf der Straße, Holzlatten liegen kreuz und quer herum, dazwischen Reste von Mauern, Plastiksäcke und „Treibgut“. Der zweite Blick verschafft Klarheit: Nicht nur Keller und Erdgeschoß der Häuser sind verwüstet, sondern auch Stockwerke und Dächer. Hier kam die Zerstörung nicht von unten, sondern von oben, sie ist menschengemacht. Hier riss keine Naturkatastrophe alles mit, sondern eine Kulturkatastrophe. Die Folgen sind ähnlich, aber der Grund ist von außen betrachtet absurd: Ob in der Ukraine, im Nahen Osten oder in jedem anderen Kriegsland – Menschen zerstören Menschen, zerstören Menschengemachtes ebenso wie Pfl anzen und Natur, sobald sie den eigenen Interessen im Weg sind. Dem humanitären Völkerrecht entspricht das nicht, aber was zählt das schon im Kriegsfall? Wie die Satirezeitung „Tagespresse“ treffend formulierte, sei das Wort „Optimismus“ als veraltet und nicht mehr gebräuchlich aus dem „Duden“ gestrichen worden. Fast könnte man es glauben. Ein Fünkchen Optimismus, oder Träumerei, steckt in der Utopie, dass Menschen das Kämpfen irgendwann ganz an Drohnen delegieren, sich zurücklehnen und in Sicherheit zuschauen.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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