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Kraftlose in die Kirche
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„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Ob Papst Leo XIV. Goethes „Faust“ gelesen hat, ist nicht sicher. Das Zitat klingt aber an, wenn Papst Leo in seinem ersten päpstlichen Schreiben „Dilexi te“ auf seinen Vorgänger Franziskus verweist: „Da ich dieses Projekt gewissermaßen als Erbe erhalten habe, freue ich mich, es mir ... zu eigen zu machen.“ Es ist eine Herausforderung für die Kirche Mitteleuropas, in diesem Text zu lesen, dass die Kirche eine Kirche der Armen sein sollte. Grundsätzlich hat man das zwar schon einmal gehört. Tatsache ist aber: Wenn sich jemand in der Kirche engagiert, sind es meist Angehörige des Bildungsbürgertums. Unterprivilegierte fühlen sich in den Pfarren und Bewegungen kaum zuhause (Ausnahmen gibt es selbstverständlich!). Selbst kirchliche Schulen, die zu einem guten Teil im 19. Jahrhundert für unterprivilegierte Kinder gegründet wurden, ziehen im 21. Jahrhundert mehrheitlich Mittelstandskinder an. Nur für „die Armen“ einzutreten, macht uns noch lange nicht zu einer „Kirche der Armen“. Macht- und Kraftlosen in der Kirche Entfaltungsraum zu geben – ist eine Kunst, die (fast) niemand kann.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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