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Kirchen wie Schwestern
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Traute und Hans Redl aus Bad Vöslau in Niederösterreich feierten am 2. Oktober 2025 ihr 60. Hochzeitsjubiläum, so stand es im „Kurier“. Als sie einander 1965 das Ja-Wort gaben, war das eine Sensation – und ein Skandal. Traute war in der evangelischen Kirche aktiv, Hans in der katholischen. Dank des 1965 zu Ende gehenden Zweiten Vatikanums war an eine ökumenische Trauung überhaupt erst zu denken. Dennoch: Dem evangelischen Pfarrer wurde am Tag vor der Trauung untersagt, daran mitzuwirken. Da er sich nicht daran hielt, verlor er sein Amt, was innerevangelische Konflikte auslöste. Dass die Brautleute unlängst ihren 60. Jahrestag begehen konnten, zeigt, wie kurz diese Zeit zurückliegt und welch steile Ökumene-Kurve es seither gab, verglichen mit den 450 Jahren davor. Dass zwei römisch-katholische Bischöfe neben anderen Konfessionen ihren Segen zur Amtseinführung der neuen evangelischen Bischöfin spendeten, war sichtbares Zeichen dieser Kurve. Und dennoch: Wenn die Ökumene-Kurve nicht abflachen oder gar wieder nach unten zeigen soll, braucht es entschiedene Schritte. Im Alltag leben wir eh ganz fein miteinander, aber tiefes Vertrauen sieht anders aus.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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