DENK_MAL
Entstaubte Schönheit
- hochgeladen von martinus Redaktion
Man sagt, man würde mit dem Alter vorsichtiger. Aber in Wahrheit wird man als Elternteil nur verantwortungsbewusster und gibt manche Freiheit für den geliebten Nachwuchs auf. So habe ich – meines Zeichens vormals ein freier Schriftsteller – vor einem Jahr eine Teilzeitstelle angenommen, um das berühmte monatliche Fixum auf dem Konto zu wissen, wodurch ich – mit Gedanken bei meinen Kindern – besser schlafen kann. Jedenfalls passierte bei dieser Arbeit im Ordensarchiv Folgendes: Ich räumte ein Depot um und reinigte verschiedene Objekte, u. a. ein altes Holzkruzifix. Dieses war verstaubt und noch verschieden anders verdreckt, brauchte also meine besondere Aufmerksamkeit. Bei dieser Tätigkeit fiel mir die Forderung ein, die röm.-kath. Kirche müsste entstaubt, entrümpelt und damit erneuert werden. Dabei wird meines Erachtens allerdings übersehen, dass etwas zu entstauben bedeutet, den Schmutz, der sich mit der Zeit auf etwas gelegt hat, wegzuwischen, um die ursprüngliche Schönheit wieder freizulegen. In diesem Sinne stimme ich der Forderung nach kirchlicher Erneuerung zu: Entstauben wir unseren Glauben und bringen wir seine Schönheit wieder zum Glänzen, so wie Jesus Christus es uns gelehrt hat.
Martin Kolozs
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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