FEDER_SPIEL
Ein neuer Ohrwurm
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Josef Grünwidl entspricht nicht dem Klischee des raunzigen Wieners. In seiner ersten Pressekonferenz als designierter Erzbischof von Wien strahlt er Ruhe, Konzentration – und Freude aus! Er habe in den letzten Monaten „spirituell dazugelernt“, erklärt er, warum er sich anfangs für ungeeignet hielt und nun doch „aus vollem Herzen JA zu dieser Aufgabe“ sagt. Die Kirche sei besser als ihr Ruf, „in Österreich sind wir gesegnet mit Möglichkeiten – nutzen wir sie“! Er möchte den Menschen „die Melodie der Hoffnung und Zuversicht ins Ohr und Herz pflanzen“. Wie einen Ohrwurm, ergänzt er später. Als Musiker weiß er, wovon er spricht. Auch wenn er angehender Konzertorganist war, hat er wohl manchmal den Kirchengesang an der Orgel begleitet. Da hat er die Perspektive von ganz hinten eingenommen. Musste sich ins Kirchenvolk einfühlen, um nicht zu langsam oder zu schnell, zu fad oder zu laut zu spielen. Nun sitzt er vorne, spricht ohne Scheu, ohne bemühte Demut, aber selbstkritisch in die vor ihm aufgebauten Mikrofone. „Ich habe zwei Tage nach der Ernennung noch kein fertiges Konzept.“ Josef Grünwidl wirkt echt. Sein Auftritt vermittelt neuen Stil. Es ist ein Franziskus-Moment für Österreich.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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