DENK_MAL
Digitale Vollbremsung
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Seit knapp einem Jahr arbeite ich in einer öffentlichen Volksschule als Religionslehrerin. Vor kurzem habe ich die 6- bis 10-Jährigen nach ihren Abendritualen gefragt. Ich hätte erwartet, dass als Antwort „Lesen, Spielen oder mit Mama/Papa Kuscheln“ kommen würde. Weit gefehlt. Die häufigste Antwort war: „Handy- oder Tablet-Schauen“. Ein kindlicher Alltag ohne digitales Endgerät? In vielen Familien undenkbar. Die Auswirkungen „baden“ unter anderem wir Pädagoginnen und Pädagogen aus. Ich sehe, dass bei den Kindern die Fähigkeit zu Konzentration und Geduld verloren gegangen ist. Lernen muss stets von Spaß begleitet sein, sonst ist es gleich als „langweilig“ abgestempelt. Doch bis Lerninhalte ins Bewusstsein vordringen, dauert es. Kurz gesagt: Ohne die Bereitschaft zur analogen Aufmerksamkeit wird es eng für die Bildung. Versuchen wir in der Familie doch einmal eine Digital-Vollbremsung. Legen wir wenigstens abends die Handys beiseite und lesen wir gemeinsam, hören wir einander zu. Vielleicht entdecken wir dann wieder, dass echte Nähe nicht über WLAN entsteht.
BRITTA BREHM-CERNELIC
RELIGIONS-LEHRERIN UND VIZEPRÄSIDENTIN DES KATHOLISCHEN FAMILIEN-VERBANDES
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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