DENK_MAL
Das (niemals) einfache Leben
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Ich war noch nie ein sonderlich moderner Mensch; manche – und nicht zuletzt ich selbst – würden sogar von mir behaupten, ich sei ein altmodischer Mensch. Und auch wenn ich mich deswegen nicht für rückwärtsgewandt oder reaktionär halte, teile ich doch die Überzeugung: „Vertraue nie dem Modernen, denn es hat sich noch nicht bewährt.“ (Agatha Christie)
Insofern werde ich hellhörig, bzw. werde ich darauf hingewiesen, wenn sich Trends und Strömungen entwickeln, die das vermeintlich althergebrachte, entschleunigte, einfache Leben favorisieren, etwa die Social-Media-Phänomene: Tradwives und Cottagecore. Die einen spielen die „traditionelle Ehefrau“ nach dem Rollenbild der Mutter und Hausfrau, im anderen wird das Landleben, das beschauliche Handarbeiten und versonnene Naturerlebnis dargestellt wie in einem überfrachteten Walt-Disney-Film. Beides ist ein einziger Unsinn, denn das Leben war nie einfach, zumindest nicht für den Großteil der Menschen, weder damals noch heute. Und dass diese „Wiedergeburt des Klassischen“ über das Internet beworben wird, zur Generierung von Clicks und Likes, und somit den Werbeeinnahmen der Testimonials dient, ist so und so ein Grund, um skeptisch zu werden.
Martin Kolozs
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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