DENK_MAL
Aufgestaute Emotionen oder Schönes am Wegesrand
- hochgeladen von Florian Heckel
Ich bin nicht für meine Geduld bekannt. Unter meinen Freunden wird sogar der Witz erzählt: „Als Gott die Geduld verteilt hat, hat Martin gesagt ‚Das dauert mir zu lang‘ und ist gegangen.“ – Wo sie recht haben … aber, wie dem auch sei, als ungeduldiger Mensch kommt mir das Warten im Stau wie eine Gefängnisstrafe vor, und ich werde dabei unleidlich. So geschehen während des Sommers auf der Rückfahrt nach Hause. Meine Familie wirkte zwar auf mich ein, ich solle es leichtnehmen, immerhin seien wir in den Ferien usw. Jedoch: Ihre Worte waren vergeblich, mein innerer Schweinehund war geweckt und bellte los; peinlich für mich, unangenehm für alle anderen. – Da bemerkte ich, wie aus einem Nachbarauto eine Seifenblase aufstieg, dicht gefolgt von einer zweiten und dritten … tanzend schwebten sie durch die Luft, verfolgt von meinem sehnsüchtigen Blick, und – Wunder geschehen – ich beruhigte mich, und hatte einen spontanen Gedanken: Die Seifenblasen waren ein Fingerzeig für das Schöne am Wegesrand, das ich nur sehen kann, wenn ich stehenbleibe und kurz innehalte. Manchmal muss man dazu gezwungen/eingebremst werden, weil man fälschlicherweise glaubt, dass nur das schnelle Ans-Ziel-Kommen zählt.
Martin Kolozs
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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