Martin ist ein Vorbild gegen Egoismus und Gleichgültigkeit
- Bischof Ägidius predigt zu Martini im Dom.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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Am Festtag des heiligen Martin begrüßte Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics die Mitfeiernden im vollen Martinsdom von Eisenstadt.
Ein besonderes Willkommen galt dem griechisch-orthodoxen Erzbischof Arsenios Kardamakis und dem burgenländischen Superintendenten Robert Jonischkeit. Ebenso begrüßte er zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Land, Gemeinden, Pfarren und Behörden. In herzlichen Worten sandte er Genesungswünsche an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der den Gottesdienst via Livestream mitfeierte.
In seinen Grußworten rief der Bischof die Gläubigen dazu auf, das Beispiel des heiligen Martin zu beherzigen. Sein Leben solle in Kirche und Gesellschaft lebendig werden. In seiner Predigt bezeichnete der Bischof den burgenländischen Landespatron als eine Lichtgestalt des Glaubens, der Nächstenliebe und des Menschseins. Martin, vor über 1700 Jahren geboren, sei einer von uns – ein Mensch, der Christus begegnete, sein Leben teilte und mit seinem Leben Zeugnis von Barmherzigkeit und Glauben gab. Sein Feuer brenne bis heute und solle auch in unserer Zeit Licht, Wärme und Hoffnung schenken. Der Bischof betonte, dass der heilige Martin auf dreifache Weise Licht bringe: für die Kirche, für die Gesellschaft und für das Leben.
Als Licht für die Kirche erinnere Martin daran, dass Christsein keine private Frömmigkeit, sondern lebendige Gemeinschaft sei. Die Kirche dürfe nicht Hüterin der Asche, sondern Trägerin des Feuers sein. Wo Menschen beten, feiern, teilen und den Glauben weitergeben, leuchte das Licht des heiligen Martin.
Für die Gesellschaft sei Martin ein Zeichen gegen Egoismus, Kälte und Gleichgültigkeit. Christen sollen das Licht der Liebe und Solidarität hinaustragen – auf Straßen, in die Familien und zu den Arbeitsplätzen – und sich für das Leben einsetzen, besonders für das schwache, ungeborene, behinderte und ausgegrenzte Leben.
Schließlich sei Martin auch Licht für das persönliche Leben. Wer aufmerksam, hilfsbereit und mitfühlend auf andere zugehe, wer aufrichte, statt sich zurückzuziehen, werde selbst zum Lichtträger. So könne eine Gemeinschaft entstehen, die wie eine große Martinsfamilie lebt, Leben ermöglicht und zum Leben ermutigt. Schließlich bat der Bischof den heiligen Martin, sein Feuer in Kirche, in Gesellschaft, in den Familien sowie Lebensgemeinschaften und in den Herzen brennen zu lassen.
Der festliche Gottesdienst wurde mehrsprachig in Deutsch, Kroatisch, Ungarisch und Romanes gefeiert. Für die musikalische Gestaltung sorgten die Militärmusik Burgenland unter der Leitung von Oberst Johann Kausz, der Landesjugendchor Burgenland mit Chorleiterin Linde Devos und die Tamburizza Oslip; an der Orgel spielte Domorganist Mario Weber, als Kantor wirkte David Prior, als Solistin brillierte Lena Poglitsch. Im Anschluss an die Feier konnten alle Mitfeiernden das traditionelle Martinikipferl teilen sowie erstmals den neue Martinswein der Diözese Eisenstadt verkosten.
- Politiker, viele Abordnungen, Musiker und zahlreiche Gläubige drängten sich wie selten dicht im Dom.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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MARTINUS – DER WEIN
Am Vorabend des Festtages hatte der Diözesanbischof zur Präsentation und Segnung des ersten Weines des Bischöflichen Weingutes Martinus geladen. Zahlreiche Gäste waren ins Martinusstüberl des Bischofshofes gekommen, um den ersten Weißwein aus dem Jahr 2025 zu verkosten.
Die Diözese Eisenstadt möchte mit dem Weingut am Eisenberg eine Tradition wiederbeleben. Bereits unter Bischof Stefan László führte die Diözese ein kleines Weingut. Bischof Ägidius bedankte sich bei allen, die am Gelingen des ersten Weines beteiligt waren und betonte: „Mit diesem ersten Wein aus unserem bischöflichen Weingut halten wir mehr als nur ein Produkt in Händen – wir sehen die Frucht von Geduld, Hingabe und Segen. In jeder Traube, in jedem Tropfen zeigt sich das Zusammenspiel von Gottes Schöpfung und menschlicher Arbeit. Der Wein erinnert uns daran, dass Freude und Gemeinschaft wachsen dürfen, wenn wir sorgsam mit dem umgehen, was uns anvertraut ist. Möge dieser erste Jahrgang Menschen verbinden und zum Ausdruck werden für Dankbarkeit und Lebensfreude.“
INVESTITION IN DIE WEINKULTUR
Für die Diözese Eisenstadt ist es bedeutsam, mit dem Erwerb des Weinguts in Deutsch Schützen auch einen Beitrag zum Gedeihen der Region Eisenberg zu leisten. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten hat man sich bewusst für eine Investition in den Erhalt der burgenländischen Weinkultur entschieden, denn die Kirche ist ein wichtiger Wirtschaftspartner im Land. Die Diözese hat mit dem erfahrenen Kellermeister Rudolf Križan einen Profi für den ersten Wein ins Boot geholt. Er präsentierte bei der Weinsegnung den ersten Wein „Severus“ (benannt nach dem Biographen des heiligen Martin. „Das Potential in dem Weingut ist nicht nur die ausgezeichnete Lage, sondern auch die alten Rebstöcke: Die sehr geschmacksintensiven Trauben bringen sehr viel Potential in den Wein. Der Wein hat 13 % Alkohol – also ein sehr kräftiger Wein, der von reifer Frucht zeugt. Damit der Wein seine Qualität und Güte auch länger behält, bekamen die Trauben eine Maischestandzeit von 12 Stunden“, so Kellermeister Križan über den Wein und das Weingut.
Der erste Wein wird in kleiner Auflage im Martinshop in Eisenstadt am Domplatz zu einem Preis von 15 Euro erhältlich sein.
MI/RED
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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