EIN_BLICK
Knackpunkte der Papst-Ansprachen in Spanien

Felipe VI., König von Spanien, und dessen Ehefrau Königin Letizia, empfangen Papst Leo XIV. am 6. Juni 2026 bei seiner Ankunft am Königspalast in Madrid. 
 | Foto: Romano Siciliani/KNA
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  • Felipe VI., König von Spanien, und dessen Ehefrau Königin Letizia, empfangen Papst Leo XIV. am 6. Juni 2026 bei seiner Ankunft am Königspalast in Madrid.
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Papst Leos 22 Ansprachen in Spanien waren wohlvorbereitet, spontan ergänzt und voll von inhaltsreichen Pointen.

In seiner Rede im Königspalast von Madrid warnte Papst Leo XIV. am ersten Tag der Spanienreise vor der „Versuchung, durch das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen“. Vor Politikerinnen und Diplomaten lud er dazu ein, „die spaltenden und polarisierenden Darstellungen der gesellschaftlichen Realität und Geschichte hinter sich zu lassen, um von fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung der Komplexität zu gelangen.“ Es sei die Berufung Europas, die Vielschichtigkeit zu schätzen und zu ergründen und „jenen identitären Ansätzen zu entfliehen, die alles zu erklären scheinen, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden bevölkern.“

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ISLAM SEIT LANGEM IN SPANIEN
Es brauche einen „Kurswechsel bei den Investitionen in Schulen, Hochschulen und Forschung, in lokale Gemeinschaften und in die Zivilgesellschaft“. Der Papst bezog auch den Islam ein und sagte: „Die Präsenz des Islam auf der Iberischen Halbinsel war eine langjährige politische, kulturelle und religiöse Gegebenheit. In dieser Zeit gab es nicht nur Konfrontation, sondern man versuchte auch, einen Raum für Begegnung, Gespräch und Dialog zwischen Christen, Muslimen und Juden über Sinn und Wahrheit zu schaffen.“ Die erste Rede des Papstes in Spanien wurde mit stehendem Applaus bedacht, König Felipe VI. erhob sich als erster.

KNÜPFEN NEUER NETZE
Als Leitmotiv einer weiteren Begegnung in der Madrider Movistar Arena nannte Papst Leo das „Knüpfen neuer Netze“ zwischen Kultur, Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport. Ziel müsse eine Gesellschaft sein, in der „die Zeit von der Ewigkeit durchdrungen“ werde, die Kultur das Gedächtnis bewahre und den Dialog fördere, die Bildung die Suche nach Wahrheit mit kritischem Geist unterstütze und die Kunst Staunen sowie edle Gefühle wecke.

Schauspieler Antonio Banderas und Papst Leo XIV. bei einem Treffen am 7. Juni 2026 in der Movistar Arena in Madrid. | Foto: Romano Siciliani/KNA
  • Schauspieler Antonio Banderas und Papst Leo XIV. bei einem Treffen am 7. Juni 2026 in der Movistar Arena in Madrid.
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WORTE ZÄHLEN
Besondere Aufmerksamkeit widmete Leo XIV. der Sprache und Kommunikation. Diese sei „niemals neutral“, betonte er. Worte und Bilder könnten verletzen oder heilen, Erwartungen zerstören oder neue Horizonte eröffnen.

Auch dem Sport schrieb Papst Leo eine wichtige Rolle zu. Viele Menschen hätten Respekt vor dem Gegner eher auf dem Spielfeld gelernt als durch Vorträge, sagte er. Sportler lehrten, „zu verlieren, ohne zu hassen, zu gewinnen, ohne zu demütigen, und nach einem Sturz wieder aufzustehen“. Darin zeige sich eine Kultur der Fairness und des Miteinanders, die weit über den sportlichen Bereich hinaus Bedeutung habe.

GEGEN AUFRÜSTUNG
Vor dem spanischen Parlament forderte Papst Leo die Achtung der Menschenwürde. In einer historischen Rede ging er auf das Lebensrecht von Ungeborenen und die Lage der Migrant:innen ein. Er rief zu einem zivilisierten Dialog zwischen den politischen Lagern auf und wandte sich gegen Aufrüstung. Die erste Rede eines Papstes vor dem spanischen Parlament hörten Mitglieder beider Kammern. Einige linke sowie baskische Abgeordnete hatten einen Boykott angekündigt. Abgeordnete aller Fraktionen quittierten die Rede mit minutenlangem stehenden Applaus.

Felipe VI., König von Spanien, und dessen Ehefrau Königin Letizia, empfangen Papst Leo XIV. am 6. Juni 2026 bei seiner Ankunft am Königspalast in Madrid. 
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Schauspieler Antonio Banderas und Papst Leo XIV. bei einem Treffen am 7. Juni 2026 in der Movistar Arena in Madrid. | Foto: Romano Siciliani/KNA
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martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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