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Die erfolgreichste Religion der Welt

Karl Richard Essmann referierte in Apetlon vor wissbegierigen Zuhörer:innen. | Foto: Philipp Jurenich
  • Karl Richard Essmann referierte in Apetlon vor wissbegierigen Zuhörer:innen.
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Der große katholische Volksbildner Karl Richard Essmann fasst seinen jüngsten Vortrag im Burgenland für die Kirchenzeitung zusammen:

„2000 Jahre Christentum – die erfolgreichste Religion der Welt“ – unter diesem Titel veröffentlichte vor einiger Zeit der deutsche „Spiegel“ eine Sonderausgabe zum Christentum.

Selbst für Nichtchristen scheint die Erfolgsgeschichte des Christentums faszinierend. Aus einer kleinen jüdischen Sekte, die um den See Genezareth in Israel entstand, wurde eine Bewegung, die die ganze Welt veränderte.

Kein Kaiser, kein Präsident, kein Philosoph hat die Welt mehr geprägt, als dieser Wanderprediger Jesus aus Nazareth. Von ihm gibt es kein Bild, keine von ihm selbst verfasste Zeile und trotzdem zählen wir heute die Jahre am Kalender nach seiner Geburt.

Die Geschichte des Christentums ist voller Glanzlichter und historischer Höhepunkte, aber wohl auch eine Geschichte vieler Abgründe und dunkler Zeiten.

Wiederholt wird das Argument vorgebracht, dass es immer noch Hass, Neid, Krieg und unsägliches von Menschen zugefügtes Leid gibt. Hat hier das Christentum versagt? Aber auch seit Jahrtausenden fließt Wasser aus den Alpen und dennoch haben manche Menschen einen „ungewaschenen Hals“. Man muss halt das Wasser auch benützen – und so muss man auch die christlichen Werte leben.

Aber was hat uns dieser Jesus aus Nazareth an Werten hinterlassen?

Zu allererst brachte er die Botschaft, dass Gott jeden Menschen liebt, unabhängig von Rang und Namen, von Geschlecht und Herkunft. Diese Liebe Gottes wurde spürbar durch die bedingungslose Liebe Jesu zu allen Menschen. Das war damals eine für Viele neue Erfahrung, weil so manche völlig entrechtet waren.

Diese neue Beziehungsfähigkeit Jesu lässt sich in später aufgezeichneten Bibelzitaten erahnen, die von Jesus berichtet werden. So schreibt der Evangelist Matthäus, „kommt alle zu mir, die ihr euch plagt“ (Mt 11,28). Oder in der Offenbarung des Johannes heißt es „Gott wird alle Tränen aus unseren Augen abwischen“ (Offb 21,4). Aber manche Einladungen Jesu waren so radikal, dass deren Erfüllung bis heute noch aussteht. „Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst“ (Lk 10,27) oder gar „liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“ (Mt 5,44). Aber auch „wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen sein“ (Mk 9,35).

Nicht immer sind Christen diesen Worten Jesu gefolgt. Das sind dann auch die dunkelsten Zeiten der Weltgeschichte geworden. Aber stets hat es Menschen gegeben, die die Kirche dann erinnert haben, dem Auftrag Jesu gerecht zu werden. Solche Menschen verehren wir heute als Heilige, wie z.B. Franz von Assisi oder Mutter Teresa.

So erinnern sich auch heute Millionen Christen auf allen Kontinenten der Welt an die Worte Jesu zur Gottes- und Nächstenliebe. Eine gelebte Nächstenliebe ist der wohl schönste Beweis, wie sehr das Christentum die Welt verändert hat.

Der berühmte Schriftsteller und Nobelpreisträger Heinrich Böll hat einmal gesagt, „selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für Behinderte und Kranke, für Alte und Schwache.“

Vielleicht sind wir heute nicht mehr in der Lage, so schöne Kirchen zu bauen wie in der Vergangenheit. Aber dafür gibt es heute Kathedralen der Nächstenliebe, die auch unvergleichlich schön sind.

Diese gelebte christliche Liebe zum Nächsten hat die Welt grundlegend verändert, bis zum heutigen Tag.

KARL RICHARD ESSMANN

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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