Bischof Zsifkovics bei Chrisammesse: Sakramente sind Wegweiser zu Gott
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Sakramente sind keine volkstümlichen Rituale oder kirchliche Traditionen ohne Tiefgang – sie sind Begegnungen mit Gott. Das hat Bischof Ägidius J. Zsifkovics bei der diesjährigen Chrisammesse im Eisenstädter Dom betont.
Vor Priestern der Diözese Eisenstadt und rund 100 Ministrant:innen aus vielen Pfarren des Burgenlandes erinnerte der Bischof daran, dass die Sakramente die Gläubigen auf „die Spur Gottes“ bringen und sie in ihrem Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung stärken.
Im Rahmen der feierlichen Messe wurden die heiligen Öle geweiht – das Katechumenenöl für Taufbewerber, das Krankenöl sowie der heilige Chrisam, der bei Taufen, Firmungen, Priester- und Bischofsweihen Verwendung findet. Diese Öle, so Zsifkovics, seien sichtbare Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit: Gottes Zuwendung und Nähe im Leben der Menschen.
DIE KIRCHE SOLLE NICHT URTEILEN
Zsifkovics: „Die Sakramente sind kein Produkt kirchlicher Erfindung und auch keine Belohnung für besonders fromme Menschen. Sie sind Geschenk und Stärkung zugleich – Ausdruck der bedingungslosen Liebe Gottes.“ Sie seien nicht abhängig von menschlicher Reife oder perfektem Lebenswandel, sondern vielmehr eine Quelle der Ermutigung und ein Wegbegleiter in allen Lebenslagen – auch in Momenten der Schwäche, Angst oder des Scheiterns.
Mit Blick auf die Rolle der Priester sagte der Bischof: „Wer Sakramente spendet, ist nicht Kontrollinstanz oder moralischer Wächter, sondern Werkzeug der göttlichen Liebe.“ Die Kirche solle nicht urteilen oder ausgrenzen, sondern dienen – „der Freude an Gott und der Hoffnung auf das, was noch kommen kann.“
- Generalvikar Michael Wüger spricht Bischof Ägidius Glückwünsche aus – der Diözesanbischof feierte am Tag der Chrisammesse (16. April) seinen 62. Geburtstag. Neben Zsifkovics: Erzbischof em. Ludwig Schick.
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CHRISAMMESSE UND EINKEHRTAG
Der Chrisammesse voraus ging ein diözesaner Einkehrtag im Haus der Begegnung, an dem zahlreiche Priester, Ordensleute, Diakone und Seminaristen teilnahmen. Referent war der emeritierte Bamberger Erzbischof Ludwig Schick.
Traditionell wird die „Missa chrismatis“ in der Karwoche gefeiert – in Eisenstadt immer am Mittwoch vor dem Gründonnerstag. Die bei dieser Messe geweihten Öle (dem Chrisam wird auch duftender Balsam beigemischt) symbolisieren in der christlichen Liturgie die heilende, stärkende und segnende Gegenwart Gottes. Die sakrale Verwendung von Öl fußt auf uralter Tradition, die bereits im Alten Testament verbrieft ist.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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