Letzte Gottesdienst-Liveübertragung von Hans Hammer am 29. August
Übertragung Ende

Am 29. August wird Hans Hammer seinen letzten Gottesdienst übertragen. Wer den Ton- und Bildmeister auf seinem Weg begleiten will, kann am Sonntag um 10 Uhr ORF-Radio Vorarlberg einschalten und dem Gottesdienst in St. Gallenkirch beiwohnen.

Jakob Lorenzi

Hans Hammer ist ein Macher. Wenn ihm etwas gefällt, dann investiert er so viel Zeit und Energie, bis er es gemeistert hat. Das hat er schon mehrfach in seinem Berufsleben als Ton- und Bildmeister sowie in der Regie und im Sport bewiesen. „Ich wollte schon immer etwas Technisches beim ORF machen“, berichtet Hammer. Nach dem Gymnasium zog es ihn deshalb zum College für Elektronik und Nachrichtentechnik nach Graz. Zurück in Vorarlberg arbeitete er zuerst bei der Firma Hirschmann in der Entwicklungsabteilung, welche er als Sprungbrett nahm, um zu seinem Wunschberuf zu gelangen. „Der ORF hatte auch Geräte der Firma Hirschmann im Einsatz, deshalb konnte ich im Jahre 1983 dort problemlos in der Sendertechnik anfangen“, sagt er. Hans Hammer war zwei Jahre für 24 Umsetzer-Sendestationen im Land verantwortlich, bevor er dann in die Programmabwicklung zum Hörfunk wechselte und später dann auch Aufgaben beim Fernsehen übernahm.

Mit großem Interesse und Engagement arbeitete sich Hammer in die verschiedenen Bereiche ein. „Ich habe in meinen fast 38,5 Jahren beim ORF sehr viele Produktionen und Live-Abwicklungen im Bereich Kultur, Volksmusik, Sport und der aktuellen Berichterstattung gemacht und es ist nie langweilig geworden.“ Über die interne Schulungsabteilung des ORF bildete er sich in den diversen Fachbereichen weiter und erlangte so viel theoretisches Wissen. „Den Feinschliff bekommt man aber mit der täglichen Praxis an den Geräten und der langjährigen Erfahrung in den verschiedensten Produktionen und Live-Sendungen“, sagt Hans Hammer.

In den Bereich Gottesdienstübertragungen verschlug es ihn vor knapp 17 Jahren, als einer seiner Kollegen 2004 in Pension ging. „Auf meinen Wunsch hin durfte ich mich hier einarbeiten, mittlerweile habe ich schon an die 120 Gottesdienste übertragen - von der kleinen Bergkirche bis zur großen Stadtpfarrkirche war da alles dabei“, zeigt sich Hammer erfreut.

Ein Gottesdienst der besonderen Art, außerhalb eines sakralen Raums, sei der Alpgottesdienst in Gargellen gewesen, der im Freien geplant war, aber wegen schlechten Wetters dann ins Schafberghüsli verlagert werden musste. Anstatt der üblichen Kirchenglocken, kamen sogenannte „Plumpen“, Kuhglocken zum Einsatz, erzählt er. Für Hammer selbst seien speziell die Kirchen etwas Einzigartiges, mit ihrer Architektur und Kultur, der Akustik, aber auch den unterschiedlichsten Kirchenorgeln mit der großen Dimension und dem breiten Klangspektrum. Da bei den Gottesdienstübertragungen bereits am Vortag die Technik aufgebaut wird, genießt er die Momente der Stille, wenn noch niemand anderer in der Kirche ist. „Wenn man eine Kirche betritt, spürt man eine gewisse Ruhe und Entschleunigung und vergisst für einen Moment die Hektik des Alltags.“ Jede Kirche sei zudem unterschiedlich in den akustischen Nachhallzeiten. „Da ist es wichtig, die entsprechende Mikrofonauswahl zu treffen und diese so zu positionieren, dass das Wort gut verständlich ist. Die Sprache, die Instrumentalmusik und der Gesang müssen am Tonmischpult so ausgesteuert werden, dass ein harmonisches Klangbild entsteht, so der zweifache Familienvater, und weiter: „Es ist gerade diese Vielfältigkeit, die mir immer schon gut gefallen hat.“

In seiner Freizeit legt Hans Hammer einen ebensogroßen Tatendrang an den Tag. „Seit ich beim ORF bin, habe ich immer wieder bei den Eurovisions-Skimeisterschaften der Angestellten von europäischen Rundfunk- und Fernsehanstalten, in vielen Ländern teilgenommen und bin dort auch mehrmals auf den Podestplätzen gelandet“, weiß der erfolgreiche Hobbysportler zu berichten. Nach seiner Pensionierung am 1. Oktober will es Hammer auf keinen Fall ruhig angehen - im Montafon wartet eine Hausrenovierung auf ihn, zudem ist seine Reiseliste in den intensiven Arbeitsjahren nicht kleiner geworden. «

Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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