Pfarrhof in Düns neu renoviert
Aus Pfarrhof wird Wohnhaus

Mit viel Liebe zum Detail wurde der Pfarrhof in Düns innerhalb von zwei Jahren renoviert - von den Schindeln über Decken und Täfer bis zu den alten Holzböden, originalgetreuen Steckdosen und Türschnallen.
  • Mit viel Liebe zum Detail wurde der Pfarrhof in Düns innerhalb von zwei Jahren renoviert - von den Schindeln über Decken und Täfer bis zu den alten Holzböden, originalgetreuen Steckdosen und Türschnallen.
  • Foto: KKV / Simone Rinner
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Ist das wirklich das gleiche Haus? Innerhalb von zwei Jahren wurde der alte, denkmalgeschützte Pfarrhof in Düns komplett renoviert und ist kaum wiederzuerkennen. Innen wie außen.

Simone Rinner

„Ich freue mich sehr über die Renovierung, aber schade, dass ich nicht hier wohnen darf“, lacht Pater Niklaus Mottier beim Lokalaugenschein, wirft einen letzten (übrigens unverbauten) Blick aus dem Fenster runter ins Tal und segnet das Haus. Rund 30 Jahre ist es her, seit hier der letzte Dorfseelsorger, Pfarrer Adolf Blum, wohnte - seither stand der Pfarrhof leer.

Ein Kulturbeitrag

Immer wieder habe man über Adaptierungs- und Sanierungsarbeiten nachgedacht - die Überlegungen seien aber an der Finanzierung gescheitert, rekapitulieren Andreas Weber, Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch, und Bürgermeister Gerold Mähr die vergangenen Jahre. Aufgrund der komplexen kirchenrechtlichen Verhältnisse und der angespannten finanziellen Situation in der Pfarre einigte man sich darauf, das denkmalgeschützte Gebäude der Diözese Feldkirch zu einem „fairen, marktüblichen Preis“ zu verkaufen. „Kein Investitionsprojekt, aber ein Kulturbeitrag, der verantwortbar ist“, betont Weber. „Und der Spielraum für nächste Projekte ermöglicht“, ergänzt Mähr mit Blick auf die anstehende Sanierung der Pfarrkirche.

Behutsam erneuert. 700.000 Euro hat die Diözese in die Sanierung investiert, die auch vom Bundesdenkmalamt und dem Land Vorarlberg finanziell unterstützt wird, bedankt sich Weber. „In der Form des alten - und mit viel Sorgfalt - erneuerten Gebäudes“, fasst er die Arbeiten der letzten zwei Jahre zusammen. Das bedeutet, dass Originalböden und -decken sowie Täfer aufpoliert, Kachelöfen erhalten und Fenster wiederhergestellt wurden. Die besondere Liebe zum Detail zeigt sich auch bei „neuen Steckdosen nach alter Art“ sowie den alten Türen, deren verschiedene Türklinken lichtdurchflutete Räume öffnen. Eine Besonderheit ist im oberen Stockwerk zu finden, bei der ein Raum gleich mit zwei Türen ausgestattet ist, weil eine ursprüngliche dünne Wand entfernt wurde, erzählt Diözesanbaumeister Herbert Berchtold von den Umbauarbeiten. Und auch auf ökologisches Heizen sowie neue Standards im Bauwesen wie etwa die Sicherheit beim Treppengeländer wurde geachtet. Auf 140 Quadratmetern ist so ein „kleines Schmuckkästchen“ entstanden, das nun nach einer neuen Familie sucht. Die Vermietung finde in Abstimmung mit Pfarre und Gemeinde statt - erste Bewerber gebe es schon, freut sich der Finanzkammerdirektor.

Quasi fertig

Auch äußerlich hat sich das 191 Jahre alte Haus, das aber erst 1854 geschindelt wurde, verändert. Die Abnahme der Schindelung habe einen „nicht sehr guten Zustand“ zu Tage befördert und auch die Fenster nebst Fensterläden hatten mehr als einen neuen Anstrich nötig. Von all dem ist nun dank der Sanierung in zwei Etappen (im ersten Jahr außen, dann innen) nichts mehr zu sehen. Jetzt fehlen eigentlich nur noch der Carport, der leider Lieferschwierigkeiten hat - und die Terrasse.

Einen Tag „zu früh“ - also innerhalb der veranschlagten zwei Jahre - wurde das Bauprojekt fertiggestellt, bedankt sich Weber bei der Eröffnung nicht nur bei den Mitarbeiter/innen des Bauamts der Diözese, der Pfarre und der Gemeinde, sondern v.a. auch bei den Nachbarn. „Gut Ding braucht Weile“, die Betonung auf „gut Ding“ habe in Düns Tradition, blickt Bürgermeister Mähr auf die rund drei Jahrzehnte Leerstand zurück und freut sich über das Schmuckstück, denn „auch wenn er uns nicht mehr gehört - der Pfarrhof bleibt in Düns“.

(aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 42 vom 21. Oktober 2021)

Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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