Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Geerntet
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Erntedank gehört zu den kirchlichen „Hochfesten“ und bringt alle in Bewegung, auch jene, die nicht säen und ernten und jene, die Lebensmittel verschwenden. Sogar jene, die zu Erntedank über die schlechte Ernte jammern, fehlen nicht. Im Seminar haben wir von den besten Erntegaben gelebt, die von den Pfarren herbeigeschafft wurden. Meine Eltern waren Bauern mit 10 ha Besitz – mit Wald – nicht im Nebenerwerb. Genug, um die Großeltern und die vier Kinder im gemeinsamen Haus zu ernähren. Sie haben es geschafft. Weder Jammern noch Gier waren angesagt, es gab keine Förderungen, aber Dank. Auf den Feldern wurde händisch gearbeitet, alle haben angepackt, auch die Kinder. Wenn heute 120 ha Ackerbaubetriebe im Nebenerwerb geführt werden, die großen Maschinen die Arbeit in der Landwirtschaft reduzieren, billige Pachtverträge jenseits der Grenzen den Ertrag steigern, überzogene Förderungen ausgeschüttet, Nicht-Bearbeitung finanziert und EU-Gelder in Höfe gesteckt werden, sollte zumindest die Unzufriedenheit ein Ende nehmen. Ich weiß auch um die Herausforderungen, aber Bodenlosigkeit teile ich nicht. Nicht die Gier ziert die Erntekrone, nur Bescheidenheit und Dank.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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