Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Die fünfte Jahreszeit
Die fünfte Jahreszeit: nicht Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nicht die heiligen Zeiten: Weihnachten, Ostern, Pfingsten, die Ad-vent- und Fastenzeit. Nicht die Zeit des Gebärens und Sterbens, nicht die Arbeitsund Freizeit. Nein: Der Fasching ist für manche die fünfte Jahreszeit. Für nicht wenige ist er die Grundmelodie des Lebens. „Für mich ist Fasching Weihnachten“, gesagt in den Fernsehnachrichten. Dieser Fasching dauert, er ist zeitlos, die Belustigung treibt an, das Geschäft floriert. Freude, Fantasie, Kreativität, Tradition und Neues, Kultur und Schönes kommen bei Oberflächlichem immer zu kurz. Kreativität geht verloren, Freude wird verdrängt, Leben wird zugedröhnt. Was bleibt: Ein bitterer Nachgeschmack: Cowboyhüte, komische Figuren, ein erbärmliches Outfit und Zumutungen, Nostalgisches, Oldtimerträume, ewig Gestriges und eine Maskierung des Lebens. Die Psychologie dahinter? Die Flucht aus dem Leben ist für manche die eigentliche Jahreszeit, die fünfte. Der Beginn ist der 11. 11. um 11:11 Uhr, am heiligen Martinitag. Das Leben ist nicht nur lustig und laut, es hat auch Tiefgang. Leben ist Geheimnis, ein Wunder und bleibt Herausforderung. Es lehrt und muss gelernt werden.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.