Bischof em. Elmar Fischer verstorben
„Gottes Geist immer wieder im Alltag entdecken können“

Zu einem der ersten Interviews im Ruhestand traf das KirchenBlatt Bischof Elmar Fischer im Sommer 2012.
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Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Altbischof Dr. Elmar Fischer am 19. Jänner in Feldkirch (aufgrund einer Corona-Infektion) verstorben. Altbischof Elmar Fischer war 85 Jahre alt und lebte zuletzt zurückgezogen in Hittisau. „Im Namen der Diözese Feldkirch danke ich Altbischof Elmar Fischer für seinen Dienst als Priester und Bischof. Mit seinem jahrelangen Engagement hat er wichtige Akzente für die Wertschätzung und die Unterstützung von Familien in unserem Land gesetzt“, betont Bischof Benno Elbs.

Beziehungen, getragen von gegenseitigem Vertrauen und Ehrlichkeit, das beschreibt wohl in wenigen Worten, wofür Altbischof Elmar Fischer bereits als junger Priester und später auch als Bischof von Feldkirch eintrat.
Bischof Elmar Fischer wurde am 6. Oktober 1936 in Feldkirch/Tisis geboren und besuchte in den Jahren 1950 bis 1955 die Lehrerbildungsanstalt in seiner Heimatstadt. Von 1955 bis 1962 studierte er in Innsbruck Theologie und wurde am 29. Juni 1961 in Feldkirch/Tisis durch Bischof Bruno Wechner zum Priester geweiht.

Engagement für Ehe und Familie

Eine seiner ersten pfarrlichen Stationen führte Elmar Fischer als Kaplan nach Lustenau-Rheindorf, wo er von 1962 bis 1965 als Kaplan tätig war. 1970 wechselte er als Pfarrprovisor nach Sibratsgfäll, wo er sich von da an - und auch besonders in seinen späten Jahren - immer ein Stück zu Hause fühlte. Kurz zuvor, 1969, promovierte Elmar Fischer im Fach Pastoral zum Doktor der Theologie und schon im Herbst 1970 trat er seinen Dienst als Rektor des diözesanen Studieninternates Marianum in Bregenz an. In dieser Funktion war er dort bis 1982 tätig. Ab Herbst 1974 war er zudem Direktor der staatlich anerkannten diözesanen Lehranstalt für Ehe-, Familien- und Lebensberatung und leitete diese bis 1990. Besonders die Familien- und Gruppenarbeit wurde ab 1979 zu seinem Schwerpunktthema. „Bischof Elmar war es Zeit seines Lebens ein großes Anliegen, die Wichtigkeit der Familie für unsere Gesellschaft hervorzustreichen. Mit seinem jahrelangen Engagement in der Familienberatung und nicht zuletzt mit dem Aufbau des Ehe- und Familienzentrums hat er wichtige Akzente für die Wertschätzung und die Unterstützung von Familien in unserem Land gesetzt“, betont auch Bischof Benno Elbs.
Bischof Elmar Fischer arbeitete in der Ehe- und Familienberatung, Ehevorbereitung und Familienbildung und leitete von 1979 bis 1990 auch das Ehe- und Familienzentrum der Diözese Feldkirch (EFZ). Dr. Elmar Fischer wurde zum Geistlichen Rat (Consiliarius) und per Dekret vom 27. Februar 1990 zum Päpstlichen Ehrenprälat ernannt.

Generalvikar in Feldkirch

Nachdem Bischof Bruno Wechner in den Ruhestand übergetreten war, wurde DDr. Klaus Küng 1989 zum Bischof von Feldkirch geweiht. Als seinen Generalvikar ernannte er kurz darauf seinen späteren Nachfolger im Bischofs-amt, Dr. Elmar Fischer. Nachdem Bischof Klaus Küng zunächst als Apostolischer Visitator nach St. Pölten berufen wurde, wurde Elmar Fischer am 7. Oktober 2004 zum Ständigen Vertreter des Apostolischen Administrators der Diözese Feldkirch bestellt und schließlich am 3. Juli 2005 im Dom St. Nikolaus in Feldkirch zum Bischof geweiht.
Seine Bischofsweihe war ein Plädoyer für den Zusammenhalt, wobei Bischof Fischer besonders die Bedeutung des Sonntags unterstrich. Als bischöflichen Wahlspruch wählte er eine Stelle aus dem Matthäus-Evangelium: „Suche das Reich Gottes - in allem! Das andere wird dir dazugegeben.“ „Wer Bischof Elmar als Mensch näher gekannt hat, weiß um seinen schlichten und einfachen Lebensstil, sein tiefes Gottvertrauen und seine Verwurzelung im Gebet, die ihm auch in schwierigen Momenten viel Kraft gegeben hat. Auch wenn er mit manchen seiner Aussagen polarisiert hat, bestimmten die Sorge um das Wohl der Menschen und die Verkündigung des Evangeliums sein Leben“, so Bischof Benno Elbs weiter.

Wechselvolle Zeit als Bischof

Seine Zeit als Bischof war wechselvoll. Sein Einsatz für den Stellenwert der Familie, für den Schutz des Lebens und sein Eintreten für das Gemeinsame müssen an dieser Stelle sicher besonders betont werden. In die Kritik geriet er vor allem durch seine Haltung gegenüber Fragen der Sexualität, der Empfängnisregelung und der „gesunden Watschn“.

Die Seligsprechung des aus Göfis stammenden Märtyrers Carl Lampert wiederum zählt sicher zu den besonderen Sternstunden in Elmar Fischers Zeit als Bischof von Feldkirch. Die Verehrung Carl Lamperts, das Bekanntmachen seines festen Glaubens in KZ, Gefangenschaft und Todeszelle, waren ihm ein persönliches Anliegen. Auch das groß angelegte Pastoralgespräch „Die Wege der Pfarrgemeinden“ fiel in seine Amtszeit. Hier wurde auf breiter Basis darüber nachgedacht, wie Pfarren in jene Zukunft gehen können, die heute längst zur Gegenwart geworden ist. Die stärkere Beteiligung von Laien und das Eingehen auf die seelsorglichen Bedürfnisse einer veränderten Welt bilden hier das Fundament. Besonders beschäftigte ihn auch immer wieder die Frage, wie man jungen Menschen den Glauben näherbringen und vermitteln kann. „Ich wünsche den jungen Menschen den guten Geist im täglichen Leben. Ich wünsche ihnen, dass sie diesen guten Geist überall in der Schöpfung entdecken“, hat Elmar Fischer auch als Altbischof immer wieder betont.

Sportler und Genießer der Natur

Nach seiner Zeit als Bischof von Feldkirch zog sich der nunmehrige Altbischof nach Hittisau zurück, wo er gemeinsam mit den Schwestern vom Orden der Dienerinnen des Blutes Christi ein geistliches Zentrum betrieben hat. Als Privatmann war er bis zuletzt ein begeisterter Sportler, passionierter Bergsteiger und versierter Schifahrer. Waren es im Sommer die Bergspitzen, so wurden es im Winter die Hänge, die er nicht selten mit den Tourenschi erkundete. Auch die tägliche Partie Tischtennis fehlte nie. Red.«

  • Am Donnerstag, 27. Jänner, 16 - 18 Uhr, besteht die Möglichkeit, sich von Bischof em. Elmar Fischer im Feldkircher Dom zu verabschieden, daran anschließend findet um 18 Uhr eine Totenwache statt.
  • Das Requiem für Bischof em. Elmar Fischer findet am 28. Jänner, 14 Uhr, im Feldkircher Dom statt. ORF Radio Vorarlberg überträgt den Gottesdienst zeitversetzt um 20 Uhr.

Kurzvita - Bischof em. Dr. Elmar Fischer
Geboren in Feldkirch-Tisis am 6. Oktober 1936, am 29. Juni 1961 in Tisis zum Priester geweiht.

  • 1969 Promotion, ab 1970 Rektor im Studieninternat Marianum in Bregenz.
  • ab 1974 Direktor der Lehranstalt für Ehe-, Familien- und Lebensberatung, ab 1979 Leiter des Ehe- und Familienzentrums in Feldkirch
  • Am 6. März 1989 wurde er Generalvikar der Diözese, am 24. Mai 2005 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Feldkirch ernannt, Bischofsweihe am 3. Juli 2005.
  • Annahme des Rücktritts als Bischof am15. November 2011.
  • Bischof em. Elmar Fischer lebte bis zuseinem Tod in Hittisau, wo er mit den Ordensschwestern der Dienerinnen des Blutes Christi ein geistliches Zentrum betrieb.
Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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