Weltgebetswoche für die Einheit der Christ/innen vom 18. bis 25. Jänner
Brückenschlag zur Orthodoxie

Maria und Norbert Duffner möchten die Katholik/innen auf die „Reichtümer der orientalischen Väter“ hinweisen, wie das Ökumenedekret des zweiten Vatikanischen Konzils es angeregt hat.
  • Maria und Norbert Duffner möchten die Katholik/innen auf die „Reichtümer der orientalischen Väter“ hinweisen, wie das Ökumenedekret des zweiten Vatikanischen Konzils es angeregt hat.
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Norbert und Maria Duffner haben die Schönheit und den Reichtum der östlichen Christenheit entdeckt. Sie wollen westliche und östliche Christ/innen im Lob Gottes zusammenzuführen. Nun gibt es in der ökumenischen Weltgebetswoche bei zwei Gottesdiensten wieder Gelegenheit dazu.

Von Wolfgang Ölz

Norbert Duffner wollte ursprünglich Priester werden. Nach dem Austritt bei den Steyler Missionaren studierte er in Münster neben Theologie Russisch und schloss das Theologiestudium mit einer Diplomarbeit über die russischen Exiljurisdiktionen ab. Maria interessierte sich im zweiten Abschnitt des Theologiestudiums besonders für das Fach Ostkirchenkunde. An der selben Fakultät hat Norbert Duffner von 1977 bis 1979 als Assistent gearbeitet und lernte dort Maria kennen und lieben.

Schlüsselerlebnis. Unter Anleitung des Ordinarius Prof. Ernst Christoph Suttner besuchten die Student/innen die damals in Wien vertretenen Pfarren der byzantinisch-orthodoxen und der orientalisch-orthodoxen Kirchen. Engere Beziehungen ergaben sich zur rumänischen und russischen Gemeinde, wo Maria und Norbert Duffner auch im Chor sangen. Die Mitfeier der Karwoche und Ostern 1976 in deutscher Sprache im Kloster Niederaltaich (dort feiert ein Teil der Benediktinermönche im byzantinischen Ritus) war für Maria Duffner ein Schlüsselerlebnis. Sie verstand nun auch emotional, was es bedeutet, dass Christus von den Toten auferstanden ist. Für Maria Duffner ist auch wichtig geworden, dass Ikonen den Gläubigen die Frage stellen: „Wer bist Du im Bild? Bist Du in der Weihnachtsikone Hirte, Weiser oder etwa heiliger Josef?“

Gründung eines Chores.
Schließlich zog das Ehepaar von Wien nach Vorarlberg. Dort nahmen sie Kontakt zum Priester der serbisch-orthodoxen Pfarre auf, Vr. Mile Mijic, den sie - auch liturgisch - unterstützten. Gleichzeitig mit der Beauftragung als Diözesanreferenten des Andreas-Petrus-Werks, das zum Werk der päpstlichen Ostkirchenkongregation gehört, gründete das Ehepaar Duffner 1999 den Vorarlberger Johannes-Chrysostomos-Chor. Mit diesem Chor feiern sie heute sechs bis acht Gottesdienste im Jahr im byzantinischen Ritus. Zurzeit hat der Chor 18 Mitglieder und wird von Prof. Dora Kutschi-Doceva geleitet, die am Landeskonservatorium in Feldkirch Gesang unterrichtet.

Gemeinsames erstes Jahrtausend. Der Gebetsschatz der östlich geprägten Gottesdienste - Göttliche Liturgie, Vesper und Hymnos Akathistos - schöpft aus der Heiligen Schrift. Aber auch die Theologie des ersten Jahrtausends, ein gemeinsamer Besitz von Ost und West, der im Westen leider in den Hintergrund getreten ist, bildet eine reiche Quelle für Liturgie und Predigt. Die Beschäftigung mit der Literatur der Kirchenväter eröffnet Einsichten für aktuelle Probleme und ist ein echter spiritueller Leitfaden. Deswegen fordert das Ökumenedekret des Zweiten Vatikanischen Konzils, dass „die Katholiken sich mehr mit den Reichtümern der orientalischen Väter vertraut machen sollen“.

Pioniertat.
Die Vertiefung in die Theologie des Ostens ist nur möglich, wenn die Gläubigen verstehen, was gesungen und gebetet wird. Eine Pioniertat war diesbezüglich die Primiz von Pfr.i.R. Helmut Rohner im Jahr 1960. Im Geist der Slawenapostel Kyrillos und Methodios, wonach die Muttersprache die Sprache des Gebets sein soll, wurde diese Göttliche Liturgie erstmals in Österreich in deutscher Sprache gefeiert. Diesem Grundsatz entspricht auch die Praxis des Vorarlberger Johannes-Chrysostomos-Chores. «

Hinweis: Beim Vorarlberger Johannes-Chrysostomos-Chor sind neue Sänger/innen herzlich willkommen. Der Gesang öffnet eine neue mystische Welt. Kontakt: E maria.duffner@gmx.at

Weltgebetswoche für die Einheit der Christ/innen

„Migration und Flucht“ ist das Thema der diesjährigen Weltgebetswoche, die vom 18. bis 25. Jänner begangen wird. An zwei ­Orten in Vorarlberg laden die Kirchen zu ­ökumenischen Feiern ein:

  • Ökumenischer Gottesdienst mit dem Kirchenchor St. Peter & Paul. Mit Paul Riedmann (r.k.), Johannes Okoro (altkath.), Michael Meyer (evang.), Nikola Balovic (serb. orth.) und Andrej Bordeianu (rum. orth.).
    Sa 18. Jänner, 18.30 Uhr, Pfarrkirche St. Peter und Paul, Lustenau.
  • Ökumenischer Gottesdienst mit dem Schwerpunkt „Weltweiter Bibelsonntag“. Mit Diakon Gerold Hinteregger (r.k.), Pfr. Ralf Stoffers (evang.) und Pfr. Goran Eric (serb. orth.).
    So 26. Jänner, 9.30 Uhr, Pfarrkirche St. Gallus, Bregenz.
Autor:

KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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