Seelsorge in Coronazeiten
Weihnachten im Krankenhaus

Wie feiert man Weihnachten im Krankenhaus?
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Wie feiert man Weihnachten im Krankenhaus? Oder feiert man dort überhaupt? Eine, die es wissen muss, ist Renate Stadelmann. Als eine von 16 Seelsorger/innen ist sie in Vorarlbergs Krankenhäusern für die PatientInnen und Mitarbeitenden da. Auch an Weihnachten. Und auch in Coronazeiten.

Simone Rinner

Ja, in den Gängen und auf den Stationen im Krankenhaus stehen „geschmückte, wunderschöne Christbäume. In den Kapellen bzw. auf den Stationen werden Krippen aufgestellt. Die Küche ist bemüht, ein leckeres Essen zu servieren“, erzählt Stadelmann aus dem „Weihnachtsalltag“. Aber gleichzeitig sei es auch „sehr ruhig im Haus“. PatientInnen, denen es irgendwie möglich ist, werden entlassen, zurück bleiben Menschen, die „wirklich sehr krank sind“, berichtet die Seelsorgerin von bedrückten PatientInnen, die traurig sind, weil sie nicht bei ihren Familien sein können. Und die oft nicht wissen, ob dies ihr letztes Weihnachten sein wird.

Dienst an Weihnachten

Sie alle erhalten Besuch von KrankenhausseelsorgerInnen wie Renate Stadelmann. Vorausgesetzt sie möchten. Früher - vor Corona - fanden oftmals Christmetten oder weihnachtliche Gottesdienste statt. Und jetzt? „Wir SeelsorgerIinnen besuchen am 23. und 24. alle Patienten, überbringen einen Text oder ein Gebet. Auf Wunsch gestalten wir eine kurze Kommunionfeier im Zimmer.“ In ihren sieben Jahren als Krankenhausseelsorgerin hatte Stadelmann bislang an jedem Weihnachten Dienst. Für sie eine Selbstverständlichkeit, schließlich soll jeder etwas von der „Wärme bekommen, die Weihnachten bedeutet“. Außerdem sind - im Krankenhaus - auch viele andere Menschen an Weihnachten „im Dienst“, bedankt sie sich beim Personal - vom Portier über die Küche und Rettung bis zu den Ärzten.

Schwere Feiertage

Noch schwerer wird es, wenn es um "kleine PatientInnen" geht. Ihnen bringt das Christkind die Geschenke ins Krankenhaus. "Diese Kinder sind wirklich krank, sie stehen unter Medikamenten, die meisten (ver)schlafen viel. Es gibt auch Tränen, ich denke heuer noch mehr, weil der Besuch eingeschränkt ist", erzählt Stadelmann. Und auch der Tod macht an Weihnachten keine Pause. "Weihnachten ist das Fest der Freude, nicht des Abschiedes, der Trauer", beschreibt die Krankenhausseelsorgerin das Abschiednehmen zu dieser besonderen Zeit als "noch emotionaler".

Doch noch Weihnachten

„Menschen in schweren Zeiten beizustehen, ist mir wichtig“, erklärt sie ihren Job zur Herzensangelegenheit. Ihre Familie unterstützt sie dabei und zeigt Verständnis. „Sie kennen das schon aus meiner Zeit als Ehrenamtliche in der Pfarre“, erzählt Stadelmann, dass sie Weihnachten schon immer „für andere Menschen mitgestaltet hat“. Und wie reagieren die PatientInnen? Oft höre sie den Satz „Danke, jetzt ist es für mich doch noch Weihnachten geworden“, freut sich die Krankenhausseelsorgerin.

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KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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