Vorbeigeschaut: Neue Ausbildungsform „Pflegeassistenz“ an der HLW Feldkirch
Die neuen Pflegeprofis

Nach dreieinhalb Jahren werden die 24 Schüler/innen die HLW Feldkirch St. Josef als ausgebildete ­Betriebsdienstleister/innen und Pflegeassistent/innen verlassen.
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Seit diesem Schuljahr werden am Institut St. Josef in Feldkirch 24 junge Menschen zu Pflegeassistenzen ausgebildet. Der Schulversuch soll langfristig um weiterführende Angebote ergänzt werden.

Jakob Lorenzi

Kaum geht es daran, einen neuen Schulzweig zu etablieren, wird einem der Pandemie-Prügel zwischen die Beine geworfen - seit der Einreichung als Schulversuch im Jänner 2020 hatten es die Verantwortlichen am Institut St. Josef mit dem Aufbau der neuen Fachschule für Gesundheit und Pflege wahrlich nicht leicht. Trotz aller Einschränkungen und Lockdowns konnte aber bereits im September mit der ersten Klasse erfolgreich gestartet werden.

Möglichkeiten

Aktuell belegen 24 Schüler/innen, darunter auch vier junge Männer die neue Berufsausbildung. In drei Jahren erhalten die jungen Menschen dabei den Abschluss zum/zur Betriebsdienstleister/in, ein halbes Jahr darauf auch noch einen zum/zur Pflegeassistent/in. Nach dieser Ausbildung können die Jugendlichen direkt in einem Senioren- und Pflegeheim oder in der Alten- und Behindertenbetreuung arbeiten. „Wir kooperieren hier stark mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Feldkirch (GKPS)“, informiert Mag. Doris Fußenegger, Direktorin am Institut St. Josef. Dabei werden die allgemeinen Fächer sowie das Basiswissen direkt am Institut unterrichtet und die fachspezifischen Inhalte an der Krankenpflegeschule. „Im ersten Jahr sind die Schüler/innen wöchentlich für zwei Stunden an der GKPS, diese Anwesenheiten werden aber mit dem zweiten und dritten Schuljahr auf einen halben bzw. vollen Tag erweitert“, führt Fußenegger weiter aus. Das letzte halbe Jahr werden die Jugendlichen vollständig an der GKPS absolvieren um auch in der Praxis ausgebildet zu werden.

Hintergrund

Dass dabei genau an der HLW Feldkirch eine solche Spezialausbildung für Jugendliche ab der 9. Schulstufe entsteht, kommt nicht von ungefähr: „Wir hatten schon davor den Schwerpunkt Gesundheitsmanagement, im Zuge dessen wir bereits mit der GKPS Feldkirch kooperiert haben“, sagt die Direktorin. Zudem sei die Pflege ganz im Sinne des Leitbilds der Kreuzschwestern. „Das Antoniushaus in Feldkirch ist beispielsweise auch Teil des Ordens. Somit zögerten wir nicht lange, als im Jänner 2020 die Ausschreibung zu diesem Schulversuch kam“, so Fußenegger.

Bei den Jugendlichen kommt die neue Ausbildungsmöglichkeit auf jeden Fall gut an: „Die Schule gefällt mir gut“, sagt etwa Anna-Lena Moser aus Sulz. die 15-Jährige will nach der Schulzeit Humanmedizin in Innsbruck studieren. „Ich habe mich für diese Schule entschieden, weil ich immer schon mit Menschen zusammenarbeiten wollte“, sagt Fabienne Müller aus Bludesch. Die ebenfalls 15-Jährige will Krankenpflegerin werden. Auch der 18-jährige Dylan Müller aus Frastanz will nach der Schule im Pflegebereich tätig werden: „Der erste Eindruck ist gut.“ Tamara Müller, 16 Jahre alt und aus Sonntag, gefällt insbesondere die enge Kooperation mit der GKPS.

Corona

Die Pandemie wirft momentan noch ihren Schatten auf den Schulbetrieb. Bis vor Kurzem wurde dieser noch vor Ort mit genügend Abstand und Masken durchgeführt, mit dem 2. Lockdown ist man aber auch am Institut auf das Homeschooling umgestiegen. „Wir machen den Unterricht seit vergangener Woche online“, sagt Fußenegger. „Nur für die Schularbeiten kommen die Jugendlichen noch vorbei.“ Für sonstige Tests und Leistungen habe man Ersatz bzw. Alternativen finden müssen. „Das war jetzt am Anfang noch eine Herausforderung, sind die Jugendlichen doch noch jünger“, holt die Direktorin aus. „Da wir aber noch eine gewisse Vorlaufzeit hatten, konnten wir die Schülerinnen und Schüler gut vorbereiten.

Zukunftsperspektiven

Wie es in Zukunft weitergehen soll, ist man sich im Institut noch nicht sicher: „Priorität hat nun die Etablierung der neuen Berufsausbildung“, sagt Fußenegger: „Wir setzen da auf die sehr gute Kooperation mit der GKPS und wollen den Schülerinnen und Schülern eine fundierte Ausbildung mit guten Zukunftsperspektiven geben.“ Ist der Schulversuch angekommen, will man sich an der Schule Gedanken über den weiteren Ausbau zu einer Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege und die Ausbildung zur Pflegefachassistenz mit Matura Gedanken machen. Das sei aber vorerst noch zweitrangig.

(Aus dem Vorarlberger KirchenBlatt Nr. 46 vom 12. November 2020)

Nach dreieinhalb Jahren werden die 24 Schüler/innen die HLW Feldkirch St. Josef als ausgebildete ­Betriebsdienstleister/innen und Pflegeassistent/innen verlassen.
Der Schulversuch ist mit September erfolgreich gestartet.
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KirchenBlatt Redaktion aus Vorarlberg | KirchenBlatt

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