Ernährungstrends im Check

Abwechslungsreiche Mischkost deckt ­grundsätzlich alle Nährstoffe ab, die der Körper und das Gehirn brauchen.
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Immer wieder entstehen Ernährungstrends, die einen „gesunden Lebensstil“ versprechen. Was hinter einigen dieser Diäten steckt, weiß Nicole Stark, Diätologin im Kurhaus Marienkron im Burgenland.

Low Carb
Bei Low Carb werden weniger Kohlenhydrate konsumiert. „Kohlenhydrate sind die wichtigste Energiequelle unseres Körpers und des Gehirns“, sagt Diätologin Nicole Stark. „Sie ganz weg zu lassen, ist nicht angeraten.“ Besser sei es, sogenannte „gute“ Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Diese finden sich vor allem in Getreide und Getreideprodukten wie Brot oder Nudeln sowie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Diese Nahrungsmittel liefern wertvolle Ballaststoffe, die wichtig für die Verdauung sind. „Je nach Stärke der Kohlenhydrat-Reduktion kann es somit zu einer geringeren Ballaststoffzufuhr kommen, mit einer trägen Verdauung und weichem Stuhl als Folge.“

Paleo-Diät
Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Steinzeiternährung“, erklärt Stark: „Es werden vor allem Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse und Samen, Gemüse sowie kleine Mengen Obst verzehrt. Gänzlich verzichtet wird auf Milchprodukte, Hülsenfrüchte und verarbeitete Lebensmittel.“ Grundsätzlich sei die Paleo-Diät nichts Schlechtes, da es sich um eine Ernährungsform mit sehr geringer Lebensmittelverarbeitung und Fokus auf Naturbelassenheit handle. „Da auf Zucker und Süßigkeiten verzichtet wird, hat sie durchaus positive Seiten hinsichtlich der Gewichtsreduktion“, sagt Stark. Allerdings fehlen aufgrund der Fleischlastigkeit Nährstoffe wie etwa das Calcium aus Milch und Milchprodukten und die für eine regelmäßige Verdauung wertvollen Ballaststoffe aus Getreide und Hülsenfrüchten.

Intervallfasten
Beim Intervallfasten wird ein individueller Zeitraum festgelegt, in dem gegessen oder gefastet wird. Am bekanntesten ist das Intervall 16:8, erklärt Stark: „Hier wird 16 Stunden am Stück gefastet, in dieser Zeit dürfen nur Wasser, schwarzer Kaffee oder ungesüßte Tees konsumiert werden. In einem Zeitfenster von acht Stunden können dann zwei bis drei Mahlzeiten verzehrt werden.“ Für ältere Menschen empfiehlt die Diätologin das Intervallfasten weniger, höchstens als abgeschwächte 14:10-Version. „Vor allem zu beachten sind eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung im Essenszeitraum sowie etwaige Medikamenteneinnahmen, die zu gewissen Tageszeiten und mit Speisen stattfinden müssen.“

Raw Food (Rohes Essen)
Was bedeutet heutzutage „gesunde Ernährung“? Jeder neue Ernährungstrend scheint dieses Prädikat für sich zu beanspruchen. Was hinter Low Carb, Paleo, Intervallfasten und Co. steckt, weiß Diätologin Nicole Stark.
Wie der Name es schon vermuten lässt, darf hier nur gegessen werden, was nicht verarbeitet oder gekocht wurde. „Dadurch ergeben sich massive Nährstoffdefizite. Beispielsweise fehlt es an Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten oder Hülsenfrüchten und Calcium“, weiß Stark. Sie rät von dieser Ernährungsform ab, da rohe Lebensmittel für die meisten Menschen schwerer verdaulich sind als gekochte Speisen und deshalb auch starke Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl auftreten können.

Eiweiß im Alter wichtig
Als grundsätzliche Ernährungsform für jeden Menschen empfiehlt Stark eine abwechslungsreiche Mischkost. „Damit werden alle Nährstoffe abgedeckt. Mit zunehmendem Alter wird vor allem der Hauptnährstoff Eiweiß noch wichtiger. Es ist nicht mehr so einfach, Muskelmasse zu erhalten, und der Aufbau irgendwann gar nicht mehr möglich.“ Deshalb sollten vor allem ältere Menschen darauf achten, bei jeder Mahlzeit eine Eiweiß-Komponente dabeizuhaben. „Eiweiß findet sich Fleisch- und Wurstwaren, Fisch, Eiern, Milch und Milchprodukten wie Topfen, Joghurt oder Käse sowie in Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen.«

Autor:

KirchenZeitung Redaktion aus Oberösterreich | KirchenZeitung

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